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Webspace & Webhosting im Ausland - das musst du beachten

Autor: HOSTTEST-Redaktion   |16.12.2021

Webspace im AuslandEine Internetseite ist unabhängig von dem physischen Standort des Servers generell weltweit zu erreichen - der Gedanke liegt da nahe, einen Webspace im Ausland zu nutzen, um Kosten zu sparen. Dabei muss allerdings einiges beachtet werden, denn ein Webspace im Ausland kann gleichermaßen Vorteile wie Nachteile und einige verborgene Fallstricke mit sich bringen. Dies gilt ebenso für kommerzielle Projekte wie für private Auftritte, wobei sich bei beiden die Probleme und Risiken unterscheiden. Generell spricht nichts dagegen, ein Webhosting im Ausland zu verwenden, falls einige Regeln und Vorsichtsmaßnahmen berücksichtigt werden.

Webspace im Ausland - welche Regionen sind wichtig?

Ein Webspace im Ausland ist für sich nicht ungewöhnlich - viele international operierende Unternehmen und globale Konzerne nutzen diesen ohnehin, um eine möglichst große räumliche Nähe zu ihren Kunden herstellen zu können und dadurch technische Vorteile zu erreichen. Auch deutsche Hoster bieten deshalb mitunter Webspace im Ausland an. Praktisch bedeutet ein Webspace im Ausland ausschließlich, dass sich der Serverstandort einer Internetseite im Ausland befindet. Dabei ist zwischen unterschiedlichen Regionen zu unterscheiden, die sich bei einer groben Einteilung in Bezug auf die Webspace im Ausland in folgende wichtige Gebiete einteilen lassen:

  • Die Europäische Union (EU) und mit ihr assoziierte Staaten
  • Die Vereinigten Staaten von Amerika (USA)
  • England und sein juristisches Hoheitsgebiet (Großbritannien oder GB)
  • Länder mit spezifischen Bestimmungen wie China und Russland
  • Afrika und Lateinamerika
  • Australien
  • Länder, die bei der Weitergabe von Daten nicht oder wenig mit anderen Staaten kooperieren (Offshore-Webhosting im Ausland)

Grundsätzlich gilt bei jeder dieser Regionen, dass sie sehr unterschiedliche Bedingungen für das Webhosting im Ausland bieten und spezifische Merkmale aufweisen. Diese umfassen technische Parameter wie die Anbindung an das Internet durch globale Knotenpunkte, rechtliche Voraussetzungen wie Zensurbestimmungen oder den Zugriff auf gespeicherte Daten durch staatliche Ermittlungsbehörden und finanzielle - zum Beispiel Währungen und Wege, mit denen sich ein Webspace im Ausland bezahlen lässt.

Was ist bei einem Webspace im Ausland zu beachten?

Innerhalb der gesamten Europäischen Union gilt für alle Mitgliedsstaaten die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO, DSGV-O oder DS-GVO), die je nach Land unter anderem als RGPD (Règlement général sur la protection des données) im französischsprachigen oder GDPR (General Data Protection Regulation) im englischsprachigen Sprachraum bekannt ist. Darüber hinaus umfasst sie ebenfalls Liechtenstein, Island und Norwegen, die zwar keine Mitglieder der EU sind, die Verordnung aufgrund bilateraler Verträge jedoch übernehmen und umsetzen. Die DSGV-O legt allerdings ausschließlich minimale Regularien fest, die erfüllt werden müssen - einzelne Staaten dürfen durchaus strengere Gesetze für den Datenschutz erlassen, sofern diese keinen weiteren Vorschriften widersprechen. Im weltweiten Maßstab gilt die DSGV-O als relativ rigide und legt hohe Hürden an, die bei einem Webspace im Ausland von Anbietern ebenso wie von Kunden beachtet werden müssen.

Die Bedingungen in GB, den USA und Australien sind teilweise mit denjenigen innerhalb der EU zu vergleichen, weisen jedoch eigene Charakteristika auf. So entsprechen jene in GB wenige Jahre nach dem Brexit noch weitgehend der EU-Verordnung - es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass sich bei einem Webspace im Ausland die formellen Regeln mittelfristig ändern. Eine Besonderheit der USA liegt darin, dass einige Strafverfolgungs- und Ermittlungsbehörden wie die NSA oder das FBI deutlich weitgehendere Vollmachten als europäische Vertreter besitzen. So sind sie beispielsweise grundsätzlich befugt, verschlüsselte Kommunikation von Ausländern abzuhören und können Anbieter von Webspace im Ausland dazu verpflichten, zu diesem Zweck Sicherheitslücken (Backdoors) zu implementieren.

Sowohl China wie Russland praktizieren eine sehr rigorose Überwachung des Internets, üben eine strenge Zensur bei politischen Inhalten aus und schotten das Netzwerk zumindest in Teilen durch Firewalls von dem internationalen Traffic ab. Es ist davon auszugehen, dass generell kein rudimentärer Datenschutz privater Informationen besteht und der Webspace im Ausland jederzeit von staatlichen Behörden überprüft sowie gespeicherte vertrauliche Informationen wie E-Mails von Dritten gelesen werden können.

Die Situation in Afrika sowie Lateinamerika ist sehr unübersichtlich und kann sich mitunter rasch ändern. Hier empfiehlt es sich bei einem Webspace im Ausland, konkrete Erkundigungen über das Land und den Anbieter einzuholen, um eine akzeptable Seriosität und dauerhafte Verfügbarkeit zu gewährleisten. Ähnlich sieht es bei einem Webspace im Ausland aus, der in sogenannten Offshore-Oasen wie Panama oder unabhängigen Inselstaaten wie Tonga (.to) oder Tuvalu (.tv) angesiedelt ist. Übliche Fallstricke bestehen unter anderem darin, dass sich gerade bei kleinen Mikrostaaten der Webspace im Ausland befindet, das Hosting wegen einer schlechten Anbindung jedoch nicht im Staat selbst stattfindet.

Welche Vorteile bringt ein Webspace im Ausland?

In einigen Fällen ist es durchaus sinnvoll, einen Webspace im Ausland zu verwenden. Dies gilt speziell, wenn es darum geht, hochverfügbare, kommerzielle Webseiten mit minimaler Latenz in anderen Weltregionen wie zum Beispiel Asien, den USA oder Australien zur Verfügung zu stellen. Finanziell kann sich das Webhosting im Ausland ebenfalls für Privatpersonen oder Unternehmen lohnen, weil einige Länder aufgrund niedriger Steuern, Energiekosten oder Löhne sehr gute Konditionen bieten. Einige deutsche Hoster ermöglichen ihren Kunden aus diesen und weiteren Gründen ebenfalls, Webspace im Ausland - meist in anderen europäischen Ländern, Asien oder den USA - zu mieten. Diese weisen den zusätzlichen Vorteil auf, dass bei juristischen Streitigkeiten nicht der Serverstandort, sondern der Firmensitz als Basis für den Austragungsort zählt.

Welche Fallstricke birgt ein Webhosting im Ausland?

Es ist ein populärer Irrtum, dass ein Webspace im Ausland einen EU-Bürger vor der Strafverfolgung schützt. Er kann bestenfalls wie im Falle von Offshore Hosting dazu beitragen, die Identität des Inhabers zu verschleiern. Ist dieser bekannt oder kann ermittelt werden, stellen Handlungen wie Verleumdung, Volksverhetzung, Betrug oder Verletzungen des Copyrights weiterhin Straftaten auf nationaler Ebene dar, auch wenn der Webspace im Ausland liegt. Weitere Fallstricke entstehen bei Zahlungen in einer Fremdwährung, weil hier einerseits der Wechselkurs stark schwanken kann, andererseits die meisten Plattformen wie PayPal ungünstige Bedingungen für den Währungstausch anwenden. Drüber hinaus erheben viele Banken teilweise hohe Gebühren, wenn zum Beispiel eine Überweisung in Fremdwährung ausgeführt oder die Kreditkarte im Ausland mit ihnen belastet wird. Ein entscheidender Nachteil bei einem Webspace im Ausland besteht darüber hinaus darin, dass der Anbieter bei Verstößen dem nationalen Recht seines Unternehmens unterliegt. Mögliche juristische Streitigkeiten müssen bei einem Webspace im Ausland deshalb am Serverstandort ausgetragen werden, falls dieser mit dem Firmensitz übereinstimmt. Das führt nicht allein zu einer unklaren, eventuell unbekannten Rechtsprechung, sondern bedeutet ebenfalls, dass (rechtsgültige) Verträge und Kommunikation in einer anderen Sprache verfasst sind und übersetzt werden müssen.

Foto: Gerd Altmann auf Pixabay



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