Server Response Time: So lässt sie sich messen und verbessern

Autor:   |  28.12.2018


server-response-time.jpg Ein gut optimiertes Webhosting ist eine komplexe Aufgabe und muss viele unterschiedliche technische Parameter berücksichtigen und dabei Vor- und Nachteile bestimmter Konfigurationen gegeneinander abwiegen. Einer dieser Parameter ist die Server Response Time (SRT). Diese Antwortzeit auf eine Anfrage ist ein wichtiges Indiz für die Erreichbarkeit, weshalb es gerade bei kommerziellen Projekten unverzichtbar ist, sie zu messen und so weit wie möglich zu verbessern.

 

Was verbirgt sich hinter dem Begriff Server Response Time?

Bei der Server Response Time - auf Deutsch kann der Begriff etwa mit Server Antwortzeit übersetzt werden - geht es mitnichten um die Ladezeit einer Webseite. Stattdessen bezeichnet Server Response Time genau die Dauer, die benötigt wird, bis ein Client nach einer Anfrage das erste "Lebenszeichen" von einem Server erhält. Die Server Response Zeit ist deshalb in einem hohen Grad von der Performance des Servers (und dessen räumliche Entfernung von einem Besucher) abhängig. Je schneller er die Informationen bearbeitet und darauf reagiert, desto kürzer ist die Antwortzeit und desto früher kann der Transfer der angeforderten Daten beginnen.

Neben dieser rein technischen Definition verwendet Google eine eigene Interpretation, die selbstverständlich nicht rein zufällig die Interessen des Konzerns widerspiegelt. Das Unternehmen bezeichnet als Server Response Time die Antwortzeit, die zwischen der ersten Anfrage und dem Laden des Basis-HTML-Codes einer Webseite vergeht. Dieser beinhaltet zunächst ausschließlich Informationen über das Rendering einer Homepage - also alle wesentlichen Details über dessen Darstellung - aber noch keine Inhalte wie Fotos und Videos oder zusätzliche Skripte.

Wie lässt sich die Server Response Time unabhängig messen?

Für das Messen der Antwortzeit eines Servers existieren mittlerweile zahlreiche Werkzeuge, von denen einige auch online verwendet werden können. Eines davon - mit Sicherheit das älteste - ist der Befehl ping, der in sämtlichen Betriebssystemen seit MS-DOS in den 80er Jahren enthalten ist und bis heute zur Basisausstattung von Microsoft Windows 10 oder Linux gehört. Es diente über Jahrzehnte als das Werkzeug für das Messen und Verbessern von Netzwerken und ist heute noch in Gebrauch. Darüber hinaus existieren jedoch inzwischen zahlreiche weitere Tools, die sich teilweise online in einem Browser bedienen lassen.

Diese verfügen über einige Vorteile, die das Messen und Verbessern im Vergleich zu früheren Zeiten deutlich erleichtern. Ein sehr wichtiger in den Zeiten der globalen Vernetzung ist die Möglichkeit, die Server Response Time von unterschiedlichen Standorten auf der ganzen Welt zu messen. Rein rechnerisch benötigt etwa ein Datenpaket bei der Übertragung mit Lichtgeschwindigkeit in einem Glasfaserkabel von Europa nach Australien mindestens 100 ms. Als Grenze für eine schnelle Server Response Time gilt inoffiziell ungefähr 200 ms. Diese schließt Verzögerungen durch die Verarbeitung der Informationen in mehreren Routern und dem empfangenden Computer ein. Einige Beispiele für populäre und zuverlässige Plattformen zum Messen der Antwortzeit sind GTmetrix oder Pingdom.

Welche Faktoren wirken sich auf die Server Response Time aus?

Neben permanenten Faktoren wie die Entfernung und die Verwendung externer Netzwerkknoten ist für die Server Response Time in erster Linie der Server selbst verantwortlich. Bei einem eigenen Root Server oder einem VPS sind die Kunden in der Lage, eigene Maßnahmen für das Verbessern der Antwortzeit zu ergreifen. Im Gegensatz dazu ist dieses Verbessern bei einem Webhosting nur eingeschränkt möglich, aber nicht zu vernachlässigen. Einige Maßnahmen können auch hier durchaus Erfolge erzielen. Dabei müssen zwei verschiedene Ansätze unterschieden werden:

Die Optimierung des Servers dient dazu, seine Rechenlast zu minimieren und durch mehr Ressourcen und weniger Traffic die Antwortzeit zu verbessern. Die Optimierung der Webseite selbst reduziert hingegen die Menge der zu verarbeitenden Daten, um die Geschwindigkeit der Server Response Time zu steigern. Der Unterschied lässt sich in etwa mit einem Protokoll- und einem Steno-Schreiber vergleichen - beide bieten einen ähnlichen Inhalt, der letztere komprimiert ihn jedoch und minimiert der Aufwand, so dass sie eine höhere Effizienz messen lässt.

Ist eine schnelle Antwortzeit in jedem Fall das wichtigste Kriterium?

Die Server Respond Time ist nur ein Kriterium unter vielen, die bei einem Webhosting zu beachten sind. Ein Beispiel: Ein wenig ausgelasteter Server mit guter Anbindung - selbst ein IoT Smart Device mit geringer Rechenleistung - kann eine hervorragende Server Response Time aufweisen. Es fehlen ihm aber Ressourcen, um mehrere Anfragen zeitnah zu bearbeiten. Aus diesem Grund ist es wichtig, eine optimale Balance aus Server Respond Time, Performance, Bandbreite und Ressourcen wie Speicherplatz zu wahren.

Wie lässt sich die Server Respond Time verbessern?

Eine kurze Antwortzeit ist das Resultat aus mehreren Faktoren, von denen die wichtigsten eine gute Anbindung und eine ausreichende Performance sind. Bevor der Server auf eine Anfrage reagieren kann, muss diese zunächst einmal verarbeitet werden. Aus diesem Grund ist es ebenfalls notwendig, das Betriebssystem und insbesondere die beteiligten Dienste wie Datenbank, PHP Interpreter und Webserver zu optimieren. Bei einer mangelhaften oder gar falschen Konfiguration können diese einen großen Teil der Server Respond Time in Anspruch nehmen. Im Zweifelsfall kann ein mehrfaches Messen dabei helfen, die am besten geeigneten Einstellungen zu finden, um die Antwortzeit zu verbessern und zu optimieren.

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