Webhoster wechseln - Der Providerwechsel

Autor:   |  21.09.2018


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Die hohe Konkurrenz unter den Providern und die immer größere Leistungsfähigkeit der Hardware führen bei Webhosting und Servern zu stetig fallenden Preisen. Allerdings profitieren von diesen in einigen Fällen lediglich Neukunden. Gerade bei älteren Verträgen ist es deshalb mitunter sinnvoll, den Webhoster zu wechseln. Erfreulicherweise ist dies leichter und mit weniger technischem Aufwand verbunden, als viele Kunden vermuten.

Es ist allerdings sehr wichtig, diesen Vorgang rechtzeitig und genau zu planen und alle Fristen zu beachten. Nur so ist es sicher möglich, den Anbieter zu wechseln, ohne dabei unangenehme Down-Zeiten einer Webseite zu riskieren. Eine Checkliste hilft dabei, nicht den Überblick zu verlieren und alle Schritte zeitgerecht vorzunehmen.

Wichtige Punkte vor einem Providerwechsel

Ein Providerwechsel ist immer auch eine ausgezeichnete Gelegenheit, die eigene Internetpräsenz zu optimieren und einmal eine "virtuelle Reinigung" durchzuführen. Oft werden bei der Planung eines Projektes zusätzliche Domains gebucht, die hinterher keine Verwendung finden. Oder es soll im Gegenteil eine Erweiterung stattfinden und neue Domains oder Umleitungen müssen integriert werden. Das gewünschte Paket sollte ebenfalls genau in Augenschein genommen werden: Wird der angebotene Speicherplatz und die Bandbreite wirklich benötigt? Reicht eventuell auch ein günstigeres Angebot oder werden im Gegenteil die Ressourcen langsam knapp?

Welche wichtigen Fristen müssen beachtet werden?

Einige Verträge haben relativ lange Laufzeiten von mehr als 12 Monaten und erneuern sich automatisch. Um den Webhoster zu wechseln, muss deshalb selbstverständlich der alte Vertrag fristgerecht gekündigt werden, damit keine doppelten Kosten entstehen. Die Einrichtung des neuen Webhosting erfolgt in der Regel zeitnah - mitunter sogar innerhalb weniger Minuten. Das ist allerdings nicht immer der Fall. Bei einer manuellen Einrichtung durch den Provider müssen dringend Feiertage und Wochenende berücksichtigt werden, wenn Sie den Anbieter wechseln.

Wie geht ein Webhosting Providerwechsel in der Praxis?

Domains werden von den Nameservern verwaltet und einer IP-Adresse und damit einem physischen Server zugeordnet. Wenn Domaininhaber zu einem neuen Webhoster wechseln, lässt dieser die Einträge in einem Nameserver entsprechend ändern, um neue Anfragen auf seine Server zu leiten. Diese Änderungen werden in kurzen Zeitabständen von anderen, übergeordneten Nameserver übernommen.

Um eine Änderung durchführen zu können, benötigt der Auftraggeber einen sogenannten Auth-Code - Auth steht für Authorization (Autorisierung). Um den Anbieter zu wechseln, muss der Kunde zunächst den neuen Provider mit dem Wechsel beauftragen. Anschließend fordert er die Zusendung des Auth-Codes von seinem alten Provider an, der zur Herausgabe verpflichtet ist. Diesen sendet er dem neuen Webhoster, zu dem er wechseln möchte. Der Webhoster stellt damit einen Antrag bei der zuständigen Vergabestelle für Internetadressen (NIC). Es hängt von der Endung ab, welche Regularien zusätzlich erfüllt werden müssen. Bei .ME, .NL und .EU Adressen beispielsweise erhält der Domaininhaber zusätzlich eine spezielle FOA-Mail (Form of Authorization), die noch einmal den Auth-Code abfragt und mit der ein Besitzer bestätigt, dass er zu dem neuen Anbieter wechseln möchte.

Dieser Vorgang ist in Deutschland auch als KK-Antrag (Konnektivitätskoordination-Antrag), international als ChProv (Change Provider = Webhoster wechseln) bekannt. Der Wechsel kann nur von autorisierten Personen beantragt werden. Dazu zählen der Domaininhaber und ein namentlich genannter Administrator (Admin-C). Außerdem bieten einige Hoster über ihren Kunden-Login die Möglichkeit, einen Auth-Code anzufordern.

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Wie geschieht der Umzug der Daten?

Für die Übertragung der Daten auf den neuen Server ist der Kunde verantwortlich, der den Anbieter wechseln möchte. Er muss den Transfer entweder persönlich vornehmen oder kann den neuen Webhoster mit diesem beauftragen.

E-Mail-Konten an sich sind Bestandteil einer Domain und ziehen als Adresse mit dieser um. Anders sieht es mit den Nachrichten aus, die auf dem Server gespeichert sind. Diese müssen ebenfalls übertragen werden. Dies ist bei kommerziellen Seiten unverzichtbar, da Unternehmer steuerrechtlich relevante Unterlagen und Nachweise zehn Jahre aufbewahren müssen. Eine komfortable Lösung ist die Nutzung eines E-Mail-Umzugsservice, der ebenfalls von vielen Webhostern angeboten wird. Dabei werden Ordner, Postfächer und Inhalte vollständig kopiert. Ein Alias schickt außerdem bereits vor dem Umzug Kopien von E-Mails an den Webhoster, zu dem Sie wechseln, so dass keine Mail verloren geht.

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Foto: kreatikar pixabay.com