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Platform as a Service (PaaS) - was ist es und wo liegen Vor- und Nachteile?

Hosttest.de
Autor: HOSTTEST-Redaktion   |  06.10.2021


PaaSEine effiziente und sichere IT-Infrastruktur bildet mittlerweile eine unverzichtbare Basis für viele Betriebe, um ihre gewerbliche Aktivität durchführen zu können. Angesichts des hohen Arbeits- und Zeitaufwands erfordert sie eine finanzielle Investition, die sich von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) nicht ohne erhebliche Schwierigkeiten oder eine fachspezifische Marktorientierung übernehmen lässt. Eine Lösung für dieses Problem bietet die Auslagerung von Teilen im Rahmen einer Platform as a Service (PaaS), Software as a Service (SaaS) und Infrastructure as a Service (IaaS) - eine Kombination, die gemeinsam als Everything as a Service (XaaS oder EaaS) zusammengefasst wird. Dieser Ansatz weist zahlreiche Vorteile für einzelne kommerzielle Projekte oder eine ganze Firma auf, birgt unter Umständen jedoch ebenfalls spezifische Nachteile.

Inhalt:

Platform as a Service (PaaS) - was steckt hinter dieser Dienstleistung?
Welche Leistungen umfasst Platform as a Service (PaaS)?
Welche Vorteile birgt Platform as a Service (PaaS) für die Nutzer?
Worin bestehen die Nachteile von Platform as a Service (PaaS)?

Platform as a Service (PaaS) - was steckt hinter dieser Dienstleistung?

Jedes moderne Unternehmen ist für seine operative Tätigkeit auf externe Zulieferer, Dienstleister und Spezialisten angewiesen - sei es durch Subunternehmen für die Produktion von Werkstoffen und Bauteilen, die finanzielle Administration bei Steuern oder Buchprüfungen oder schlicht die Instandhaltung von Gebäuden, Maschinen und der Infrastruktur. In einer frühen Phase bis etwa zu der Jahrtausendwende versuchten viele Firmen, ihre IT-Infrastruktur ausschließlich in eigener Hand zu realisieren - angesichts der heute hohen Spezialisierung etwa im Rahmen der Cybersecurity oder Netzwerkadministration erweist sich dies jedoch in allen Bereichen - ob Industrie, Dienstleistung oder Handwerk - praktisch als unmöglich. Das Auslagern von Prozessen, Arbeiten und Leistungen stellt aus diesem Grund oft eine unverzichtbare Voraussetzung für eine produktive und sichere Umgebung dar.

Wie in der konventionellen Produktion zeigt sich deshalb die Auslagerung von teilweise systemkritischen Vorgängen auf externe Anbieter und Zulieferer als eine zwingende Bedingung für ein konkurrenzfähiges Produktangebot. Bei der IT-Infrastruktur zeigt sich dieses Outsourcing von Leistungen durch Systeme wie IaaS, SaaS und PaaS und umfasst nahezu alle Branchen, die über eine rein lokale Vermarktung und Versorgung mit Rohstoffen hinausreicht. In diesem Zusammenhang bezeichnet PaaS die Bereitstellung einer hoch entwickelten und auf ein festes Ziel gerichteten Umgebung, die von professionellen Anbietern für unterschiedliche Zwecke angeboten wird. Im Unterschied zu anderen Modellen wie IaaS oder SaaS handelt es sich dabei um eine betriebsbereite und gleichzeitig auf eine spezielle Verwendung orientierte Plattform, innerhalb derer sich eine Entwicklung von Produkten oder das Management interner Prozesse in kurzer Zeit und ohne eigene Investitionen in Hardware oder Software realisieren lässt.

Welche Leistungen umfasst Platform as a Service (PaaS)?

Einer der wesentlichen Unterschiede von PaaS zu anderen Varianten von populären XaaS-Modellen besteht darin, dass es eine weitergehende Spezialisierung einschließt. Es dient primär dafür, eine externe und sichere Umgebung für die Entwicklung von Software zur Verfügung zu stellen, auf deren Grundlage sich Programmierer auf eine besondere Aufgabe konzentrieren können, ohne die äußeren Bedingungen berücksichtigen zu müssen. Dafür bietet PaaS ein weitgehend abgeschlossenes und gleichzeitig von praktischen Notwendigkeiten definiertes, skalierbares IT-System. Zu dessen Aufgaben und Merkmalen gehören unter anderem:

  • PaaS für die Entwicklung von Software in speziellen Betriebssystemen wie iOS oder Android
  • Bereitstellung von Tools wie Compiler, GIT, Kompression oder Paketverwaltung
  • Integration in verschiedene Vertriebswege z. B. dem Google Playstore
  • Kontrolle der Sicherheit und integrierte Fehleranalyse des Codes
  • Konzentration auf Programmiersprache, Betriebssystem oder Entwicklerumgebung (IDE)
  • Transparente Interpretation von Code und Benutzeroberfläche (UI)
  • Individueller Support bei auftretenden Problemen
  • Speicherung einer divergierenden Versionskontrolle auf mehreren Zweigen (Branches)
  • Externe Verwaltung von Ressourcen, Zugriffskontrolle und Lastverteilung
  • Hohe Skalierbarkeit der Performance und der Laufzeitumgebung

Wie SaaS stellt ebenfalls PaaS eine Sonderform von IaaS dar und lässt in einigen Punkten Überschneidungen zu. So kann es unter anderem spezialisierte Netzwerke wie auch die Bereitstellung von erforderlicher Software umfassen und diese in seinen Leistungskatalog kombinieren. Ein entscheidender Unterschied zu IaaS liegt allerdings daran, dass PaaS deutlich zweckorientierter angelegt ist - es konzentriert sich weniger auf optimierte IT-Strukturen für universelle Zwecke wie das Webhosting, als vielmehr auf individuell erstellte und genutzte Umgebungen für Aufgaben wie Programmierung, Entwicklung von Software oder experimentelle Leistungs- und Sicherheitstests.

Welche Vorteile birgt Platform as a Service (PaaS) für die Nutzer?

Das Konzept von PaaS umfasst diverse Leistungen, die sich unter normalen Umständen nicht als Paket erwerben lassen. So kombiniert es unter anderem häufig IaaS und SaaS unter einer einzigen Oberfläche, wobei sowohl die Anbieter wie Kunden häufig von deutlich günstigeren Volumen-Lizenzen - also von einem Mengenrabatt für unterschiedliche Softwareprodukte und Hardware - profitieren. Darüber hinaus bedeuten PaaS-Lösungen eine Auslagerung von arbeits-, technik- und zeitintensiven Aufgaben an einen externen Dienstleister, der sich um die Sicherheit und Funktionalität der Systeme kümmert. Die Kunden können diese zu einem günstigen Pauschalpreis buchen, ohne selbst in die IT-Infrastruktur investieren oder eine langfristige Vertragsbindung etwa für spezialisierte Software eingehen zu müssen. Aus diesen Gründen bietet PaaS ebenso wie SaaS und IaaS eine hohe Effizienz bei niedrigem Einsatz von Eigenkapital und bildet in vielen Fällen die Grundlage für eine spätere Expansion.

Praktisch dient PaaS in erster Linie für experimentelle Umgebungen, in denen die Entwicklung und Optimierung von Angeboten und IT-Infrastrukturen im Vordergrund stehen. Sie bietet eine ideale und skalierbare Plattform für unterschiedliche Zwecke und ermöglicht ebenfalls zum Beispiel die Virtualisierung oder Emulation von verschiedenen Endgeräten. Einer der wichtigsten Vorteile besteht in diesem Zusammenhang darin, dass den Nutzer lediglich ein minimaler Aufwand für die Breitstellung und Verwaltung einer geeigneten Infrastruktur entsteht. Zudem ermöglicht die Skalierbarkeit eine optimale Kostenkontrolle bei hoher Flexibilität. Speziell für KMU sowie Start-ups in frühen Phasen bietet PaaS dadurch eine Möglichkeit, Systeme vor ihrem produktiven Einsatz kostengünstig zu erstellen und zu skalieren. Eine kostenaufwendige Umstellung auf eine selbstverwaltete, angepasste Umgebung anhand der unter realen Bedingungen ermittelten Anforderungen kann zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen, wenn dies aus konkreten Gründen opportun oder sinnvoll sein sollte. Dadurch schützt PaaS Unternehmen in kritischen Phasen wie der Gründung oder einer Expansion vor eventuellen Fehlinvestitionen und erlaubt eine exakte Bedarfs- und Nutzenanalyse.

Worin bestehen die Nachteile von Platform as a Service (PaaS)?

Wie jede Verlagerung von zeit- und systemkritischen oder kosten- und arbeitsintensiven Prozessen bedeutet PaaS jedoch ebenfalls einen gewissen Kontrollverlust, der sich bei Schwierigkeiten negativ bemerkbar machen kann - gleichgültig, ob diese aus einer technischen, administrativen, logistischen oder juristischen Ebene resultieren. Entscheidend sind dabei vor allem zwei Faktoren: Zunächst einmal unterliegt PaaS dem nationalen Recht des Anbieters, das sich aufgrund der verteilten technologischen Struktur und der Verwendung von Cloud Servern lediglich in Ausnahmen durch den physischen Standort der IaaS ermitteln lässt. Darüber hinaus ist jeder Kunde von den Leistungen, Fähigkeiten und Potenzialen seines Webhosters abhängig, so dass keine vollständige Transparenz über den Einsatz und die Umsetzung von Lösungen vorliegt. In der produktiven Anwendung bedeutet dies, das PaaS konkrete Vorteile bei der universellen Verteilung von Aufgaben an professionelle Dienstleister bietet, sich jedoch Nachteile bei den eigenen Optionen für die Überwachung und Spezialisierung von IT-Umgebungen ergeben.

Aus diesen Gründen gilt es, die Vorteile und Nachteile von PaaS ebenso wie bei SaaS oder IaaS sorgfältig abzuwägen und Alternativen wie Managed Server, dedizierte Root Server oder virtuelle Server zu prüfen. Angesichts der stetig steigenden Komplexität von Netzwerken, Programmierung und Entwicklungsumgebungen und der drohenden Gefahren durch eine unzureichend abgesicherte Infrastruktur etwa durch Angriffe wie DDoS oder SQL Injections übersteigt es allerdings oft die Kompetenz und verfügbaren Ressourcen innerhalb der KMU, alleine die Verantwortung für IT-Lösungen zu übernehmen. Aus diesem Grund ist es allerdings im produktiven Einsatz unverzichtbar, einen zuverlässigen und kompetenten Partner für jede Kooperation wie IaaS, SaaS oder PaaS zu wählen. Ein wichtiges Kriterium stellt in diesem Zusammenhang die Erfahrung des Anbieters dar, denn sie spiegelt sowohl die langfristige Verlässlichkeit wie das kontinuierliche Know-how eines Webhosters wider.

Foto: PIRO4D auf Pixabay



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