Mehrere Webseiten verwalten: Virtueller Server oder Reseller Webspace

Autor:   |  16.03.2017


02-vserver-oder-reseller.jpgDie Grundvoraussetzung für jedes erfolgreiche Projekt im Internet ist ein passendes Webhosting. Je nach Geschäftsmodell kommen dabei verschiedene Varianten infrage. Gerade für Onlineunternehmer, die mehrere eigene Webseiten oder die Onlinepräsenzen von Kunden verwalten, stellt sich oftmals die Frage, ob ein virtueller Server oder ein Reseller Webspace am besten geeignet ist.

Selbstständige Unternehmer oder kleine Agenturen betreuen oftmals mehrere eigene Projekte oder sind für die Verwaltung der Webseiten ihrer Kunden verantwortlich. Während große Firmen in der Regel auf eine eigene Server Infrastruktur zurückgreifen können, ist das Budget kleinerer Unternehmen aber oftmals begrenzt. Hier bieten sich entweder günstige virtuelle Server oder spezielle Reseller Webspace Pakete an, um mehrere Onlineprojekte übersichtlich verwalten zu können.

Gemeinsamkeiten von virtuellen Servern und Reseller Paketen

Sowohl bei virtuellen Servern als auch bei Reseller Paketen fungiert der Besitzer als Administrator und hat die Möglichkeit weitere Unteraccounts mit eingeschränkten Rechten anzulegen. Üblicherweise werden dafür nicht mal umfangreiche technische Kenntnisse benötigt, da die gesamte Administration über eine benutzerfreundliche Verwaltungssoftware wie Confix, Plesk oder c-Panel erfolgt. Hier bietet sich dem Nutzer eine grafische Oberfläche, über die Einstellungen wie die Aufschaltung von Domains, die Zuweisung von Dateipfaden und Hardwareressourcen oder die Benutzerverwaltung vorgenommen werden können. Es lassen sich also für jedes Projekt oder jeden Kunden eigene Verwaltungsebenen anlegen, in der die entsprechenden Nutzer sogar später selbstständig eigene Einstellungen vornehmen können.

Unterschiede zwischen virtuellen Servern und Reseller Paketen

Obwohl beide Webhosting Varianten eine getrennte Verwaltung einzelner Domains und Webauftritte ermöglichen, sind die Unterschiede auf technischer Ebene relativ groß. Während es sich bei einem Reseller Webspace genau genommen lediglich um ein Shared Webspace mit mehr Ressourcen handelt, fungiert ein virtueller Server als komplett eigenständige Systemumgebung. Beispielsweise kann auf virtuellen Servern das Betriebssystem von Nutzer frei ausgewählt werden, bei Reseller Paketen gibt es keine Möglichkeit derartig tief auf Systemebene Änderungen vorzunehmen.

Auch bei den technischen Hardwareressourcen gibt es Unterschiede. Einem virtuellen Server sind konkrete Leistungsressourcen wie Arbeitsspeicher oder virtuelle CPU-Einheit zugeteilt. Diese stehen dem Kunden exklusiv zur Verfügung, egal ob die Leistung voll abgerufen wird oder nicht. Beim Reseller Webspace teilen sich sämtliche Accounts auf dem System die vorhandenen Ressourcen. Dabei fällt das Risiko, dass es zu Engpässen kommt, deutlich höher aus.

Ein weiterer Unterschied besteht in der Konfigurationsfreiheit. Auf virtuellen Servern können Einstellungen auf Betriebssystemebene vorgenommen werden. Auf diese Weise lässt sich das System auch für den Betrieb von Anwendungen, die spezielle Voraussetzungen stellen, einsetzen. Dabei geht es um die spezielle Konfiguration von Scriptsprachenunterstützung oder Datenbankeinstellungen. Auf oftmals eher restriktiv gehaltenen Shared Servern sind derartige Eingriffe in der Regel nicht möglich.

Natürlich kommen die zahlreichen Vorteile eines virtuellen Servers bei Performance und Konfigurationsfreiheit nicht ohne ein gewisses Maß an Verantwortung und Mehraufwand für den Nutzer. Konkret muss der Kunde bei virtuellen Servern die gesamte Administration und Pflege des Systems übernehmen, während bei Shared Webspace Reseller Paketen der Hostinganbieter diese Aufgaben komplett übernimmt. Gute Kenntnisse im Umgang mit Linux Betriebssystemen sowie Administrationskenntnisse sind hier also Pflicht. Schließlich trägt man beim virtuellen Server die Verantwortung dafür, dass das System nicht missbraucht wird. Schlecht gewartete Server sind oftmals ein leichtes Ziel für Hackerangriffe, die den gekaperten Server anschließend für ihre eigenen Zwecke nutzen.

Welche Variante ist am besten geeignet?

Bei der Entscheidung zwischen einem virtuellen Server oder einem Reseller Paket, gilt es demnach verschiedene Kriterien zu berücksichtigen. Natürlich sind die höhere Performance und Konfigurationsfreiheit klare Vorteile eines virtuellen Servers, bringen dem Nutzer aber nur etwas, wenn dieser auch die nötige Erfahrung für die Administration des Systems mitbringt. Zudem sollte man die Entscheidung nicht nur von den eigenen Fähigkeiten abhängig machen, sondern auch von der benötigten Leistung für die geplanten Projekte. Wenn es hauptsächlich um private Blogs oder Onlineauftritte von kleinen und mittelständischen Firmen geht, reicht ein Reseller Paket oftmals völlig aus. Anders sieht es natürlich aus, wenn professionelle Onlineshops oder ganze Web-Services verwaltet werden sollen. In diesem Fall kann auf jeden Fall zu den leistungsstärkeren virtuellen Servern gegriffen werden.

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