Plesk als Control Panel für die Serververwaltung nutzen

Autor:   |  10.08.2017


binary-1536623_1280.jpgBei Plesk handelt es sich um eine vom gleichnamigen Unternehmen entwickelte Software zur Serververwaltung, die im Webhosting Bereich zum Einsatz kommt. Das übersichtliche Webinterface ermöglicht es Nutzern ohne großen Aufwand und ohne tief greifende technische Kenntnisse Webhostingpakete auf einem Server zu konfigurieren und zu verwalten. Plesk kann dabei sowohl auf windowsbasierten als auch auf UNIX/Linux-basierten Systemen zum Einsatz kommen. Es handelt sich um eine proprietäre Software, deren Nutzung an kostenpflichtige Lizenzen gebunden ist. Zum aktuellen Zeitpunkt Mitte des Jahres 2017 kommt Plesk laut seiner Entwickler auf über 300.000 Servern zur Administration von über 11 Millionen Webseiten zum Einsatz.

Was bietet Plesk?

In der aktuellen Version Plesk Onyx lässt sich die Software für die komplette Einrichtung und Verwaltung eines Webhostings, samt sämtlicher wichtigen Applikationen, auf einem Server nutzen. Plesk zeichnet sich dabei vor allem durch seine intuitive Weboberfläche, den üppigen Funktionsumfang, einen modularen Aufbau und eine umfangreiche Rechteverwaltung auf Benutzerebene aus. Das Control Panel erleichtert somit die Administration und den Betrieb von mehreren eigenständigen Webseiten auf einem einzelnen Server. Plesk ist dabei sowohl kompatibel mit Windows Server Systemen als auch mit Linux und UNIX Distributionen wie Debian, Ubuntu, CentOS oder Red Hat Linux.

Zu den einzelnen Einsatzgebieten gehören unter anderem Folgende:
  • Kunden Accounts und Webseiten anlegen
  • Plesk ermöglicht es einzelne Kundenaccounts und Webseiten auf einem Server anzulegen, die jeweils mit entsprechenden Administrationsrechten auf Kunden bzw. Webseitenebene ausgestattet sind.
  • Reseller Accounts anlegen
  • Zusätzlich zu normalen Kundenaccounts können auch Reseller Accounts über Plesk angelegt werden. Diese sind mit umfangreicheren Administrationsrechten ausgestattet und können auf diese Weise beispielsweise eigene Kunden verwalten.
  • E-Mail Accounts
  • Das Einrichten von E-Mail Accounts, Postfächern und Mail-Weiterleitungen kann einfach und bequem per Plesk organisiert werden. Entsprechende Accounts erhalten dabei lediglich für den E-Mail-Verkehr benötigte Rechte.
  • DNS Einträge und Domains verwalten
  • Das Anlegen und Verwalten von Domains und der dazugehörenden DNS Einträge wie MX-, A-, oder CNAME Records lassen sich schnell und unkompliziert über Plesk realisieren.
  • Datenbanken installieren und verwalten
  • Plesk ermöglicht es Datenbanken wie MySQL und PostgreSQL zu erstellen und zu verwalten.
  • Serveranwendungen installieren und verwalten
  • Plesk ermöglicht es Serveranwendungen wie Apache Tomcat, Java oder ColdFusion Server zu installieren.
  • Ressourcenverteilung Templates anlegen
  • Es können Templates mit im Voraus festgelegter Ressourcenverteilung für Kunden und Webseiten angelegt werden.
  • Inkrementelle Backups
  • Durch die Erstellung inkrementeller Backups kann die Datensicherung besonders zuverlässig, schnell und ressourcenschonend erfolgen.
  • Umfangreiche Userverwaltung
  • Administrator: kann sämtliche System-Funktionen einrichten und verwalten.
    Kunde/Reseller: zweithöchste Stufe für die Verwaltung von Hosting und Webspacepaketen.
    Domain-Besitzer: kann lediglich auf Domainebene Einstellungen vornehmen.
    Mail-Benutzer: individueller Mail-Benutzer, der ausschließlich auf diesen Bereich beschränkt ist.

Was ist neu bei Plesk Onyx?

Mit der aktuellen Version Plesk Onyx wurde nicht nur die Benutzeroberfläche der Software optimiert, sondern es wurden auch zahlreiche nützliche Funktionen integriert und das modulare Erweiterungssystem ausgebaut. Nutzern steht eine Vielzahl an Softwarepaketen als Add-on zur Verfügung, die zwar nicht direkt im Plesk Code enthalten, aber komplett kompatibel und integrierbar sind. Zu den beliebtesten Anwendungen zählen folgende Module:
  • Docker Support
  • Webanwendungen und Services lassen sich mit diesem Add-on einfach und sicher auf dem Server integrieren, da deren Ausführung mittels Virtualisierung des Betriebssystems in isolierten Containern ermöglicht wird.
  • Git Support
  • Das Add-on ermöglicht die Erstellung und Verwaltung eines eigen Git-Repositorys auf gleichzeitig auf Github und auf dem eigenen Server.
  • Plesk Security Advisor
  • Der Plesk Security Advisor hilft beim Einsatz von SSL-Zertifikaten und der Integration von HTTP/2 Verbindungsprotokollen.
  • Multi Server Extension
  • Dank der Multi Server Extension lassen sich mehrere Server zeitsparend über eine einzelne Oberfläche verwalten.
  • WordPress Toolkit 2.0
  • Das umfangreiche WordPress Toolkit ermöglicht die Installation und Wartung von WordPress sowie die Ausführung von Sicherheitsupdates direkt über die Plesk-Oberfläche. Zudem lassen sich mehrere WordPress Instanzen zentral verwalten und mittels sicherer Staging-Umgebung kann das einfache Klonen und Synchronisieren von WordPress-Installationen realisiert werden.
  • DNSSEC
  • Eine spezielle DNS-Erweiterung, die Sicherheitslücken wie Cache-Poisoning, DNS-Umleitungen und DNS-Spoofing verhindern kann.
  • System Updates Tool
  • Mit dem System Updates Tool bleiben Nutzer immer automatisch auf dem neusten Stand, da Aktualisierungen für alle installierten Anwendungen automatisch gesucht und installiert werden können.
  • Erweiterte Scriptsprachenunterstützung
  • Neben der bekannten Scriptsprache PHP bietet Plesk Onyx nun auch Unterstützung für die programmiersprachen Ruby und Node.js an.

Die Entwicklung von Plesk

Plesk zählte schon immer zu einem der bekanntesten und beliebtesten Webhosting Control Panel. Die Entstehung der Software reicht bis ins Jahr 2000 zurück. Die US-amerikanische Firma Plesk Inc. lies damals eine der ersten Softwarelösungen zur Webhosting Verwaltung von einem Programmiererteam im russischen Nowosibirsk entwickeln. Die erste Version Plesk 1.0 wurde schließlich im Frühjahr 2001 veröffentlicht und stetig weiterentwickelt. Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte von Plesk war der Verkauf an das Unternehmen SWSoft im Jahre 2003. Die auf Server Automation und Virtualisierung spezialisierte Firma erwarb damals gleichzeitig auch die deutsche Yippi-Yeah! E-Business GmbH, die mit dem Webhosting Control Panel Confixx einer der größten Konkurrenten von Plesk entwickelt hatte. Im selben Jahr erschien mit Plesk 6 eine komplett überarbeitete Version der Software, die mit zahlreichen Neuerungen und Features auf dem Markt punkten konnte. Im Jahre 2008 wurde SWSoft in Parallels Inc. umbenannt und mit Plesk 9.0 eine weitere stark verbesserte Version, beispielsweise mit einer umfangreichen Unterstützung für verschiedenste Mailserver Systeme, veröffentlicht. Weitere umfangreiche Verbesserungen vor allem im Bereich IT Sicherheit folgten mit Plesk 12.0 im Jahre 2014. Im Dezember 2015 wurde Plesk schließlich aus Parallels Inc. ausgegliedert und firmiert seither als Plesk International GmbH mit Sitz im schweizer Schaffhausen als eigenständiges Unternehmen. Die aktuellste, rundum erneuerte Version mit dem Namen Plesk Onyx wurde am 22.10.2016 veröffentlicht.

Das Kostenmodell von Plesk

Im Gegensatz zu kostenloser quelloffener Software fallen für die Nutzung von Plesk Lizenzgebühren an. Um die Preisgestaltung für Anwender so kosteneffizient wie möglich zu machen, wird Plesk in verschiedenen Varianten angeboten. Auf diese Weise müssen Webmaster nur für Leistungen bezahlen, die tatsächlich in Anspruch genommen werden. Da Webhosting Anbieter in der Regel umfangreiche Lizenzen zu günstigeren Konditionen erwerben können, sind die Kosten für die Nutzung von Plesk für den Endkunden in der Regel bereits in den monatlichen Webhosting Kosten eingepreist. Für alle, die die Verwaltungsoberfläche Plesk zusätzlich zu Ihrem Webhosting buchen müssen, stehen folgende drei Tarifvarianten zur Auswahl:

Web Admin Edition

Der mit 5 USD pro Monat günstigste Tarif ist für die Server und Webseiten Verwaltung mit bis zu 10 Domains geeignet. Kunden erhalten Zugriff auf alle Grundfunktionen von Plesk, die für die Administration benötigt werden.

Web Pro Edition

Die mittlere Tarifvariante ist ab 10 USD pro Monat erhältlich und kann für die Verwaltung von bis zu 30 Domains genutzt werden. Kunden erhalten hier nicht nur Zugriff auf die Grundfunktionen, sondern können auch auf eine umfangreichere Account Verwaltung und mehrere Erweiterungen zurückgreifen.

Web Host Edition

Die höchste Tarifvariante kann ab 15 USD pro Monat genutzt werden. Hier lassen sich beliebig viele Domains verwalten und es steht zusätzlich ein umfassendes Reseller Management zur Verfügung.

Für wen eignet sich Plesk?

Aufgrund des hohen Funktionsumfangs und der einfachen Bedienung ist Plesk für die verschiedensten Anwendertypen geeignet. Entwickler profitieren von der Möglichkeit, Programmcode direkt über den integrierten Editor einzugeben und unterschiedliche Entwicklungsumgebungen per Erweiterung integrieren zu können. Content Manager nutzen die Integration von verschiedenen CMS-Systemen, um Inhalte und Webpräsenzen zu organisieren. Für Agenturen wird die Kundenverwaltung vereinfacht und Systemadministratoren können sämtliche Servereinstellungen komfortabel vornehmen. Plesk ist somit nicht nur für Einzelanwender gut aufgestellt, sondern erfüllt auch sämtliche Voraussetzungen, um auch von Webhostern und Infrastrukturanbietern genutzt werden zu können. Wer sich von den monatlichen Lizenzkosten nicht abschrecken lässt, der erhält mit Plesk ein leistungsstarkes und vielseitiges Control Panel, das die Serververwaltung stark vereinfacht.

Nutzen Sie unseren Vergleich, um herauszufinden, welches Webhosting Control Panel am besten für Ihre individuellen Ansprüche geeignet ist.

 

Tags: Server-Verwaltungssoftware, Plesk
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