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GitLab vs GitHub & gibt es Deutsche Alternativen?

Hosttest.de
Autor: HOSTTEST-Redaktion   |  20.09.2021


GitLab vs. GitHubDie Entwicklung von Software - unabhängig davon, ob sie im Team oder durch einzelne Programmierer stattfindet - erfordert heutzutage eine aktive und flexible Versionskontrolle, anhand derer sich Änderungen und Vorschläge eindeutig nachvollziehen lassen. Für diesen Zweck bieten sich zunächst unterschiedliche Lösungen wie das von Linus Torvald für Linux entwickelte GIT oder das von dem Apache Webserver genutzte Subversion (SVN) an, bei einer feineren Differenzierung entscheiden hingegen die Anwendungsoptionen der verwendeten Plattformen. Eine der wesentlichen Entscheidungen für ein GIT Hosting liegt dabei bei der Wahl zwischen den universellen, in ihren Möglichkeiten jedoch durchaus abweichenden Anbieter Github oder Gitlab.

Inhalt:
Wo liegt der Ursprung von GIT Hosting?
Wer sind Gitlab und Github?
Welche Möglichkeiten bieten GitHub, Gitlab und deutsche Anbieter?
Wie schneiden GitHub und GitLab in einem direkten Vergleich ab?
GitHub, GitLab oder deutsche Anbieter - wer eignet sich für ein konkretes Projekt?

Wo liegt der Ursprung von GIT Hosting?

Um den Linux Kernel zu entwickeln, nutzten die verantwortlichen und interessierten Programmierer bis 2005 das kommerziell angebotene Versionverwaltungssystem BitKeeper, das allerdings infolge einer Änderung des Benutzungsmodells in naher Zukunft zu hohen Lizenzgebühren geführt hätte. Um nach Open Source lizenzierte Alternativen zu schaffen, entwarf Linus Torvalds in Verbindung mit weiteren Helfern das System GIT, das ähnliche Merkmale ohne die Beschränkungen eines proprietären Quellcodes für eine allgemeine Öffentlichkeit bereitstellen sollte.

Im Unterschied zu den meisten Bezeichnungen in der Softwarebranche handelt es sich bei GIT nicht um eine Abkürzung, sondern um einen englischen Begriff, der sich auf Deutsch mit Idiot, Trottel, Depp oder Blödmann übersetzen lässt. Er steht für eine ironische Selbstreferenz von Torvalds, der in einem Interview anmerkte, er habe eine Tendenz, Projekte nach sich zu benennen - ausschlaggebend war allerdings eher die Voraussetzung, eine kurze, einschlägige und unverwechselbare Kombination für einen Befehl zu finden, der ebenso eindeutig ist wie in mittelbarer Zukunft nicht anderweitig verwendet würde.

Durch seinen innovativen Absatz schuf Torvalds eine universelle Plattform für die Entwicklung von Software, die sich durch zahlreiche Vorteile gegenüber Alternativen auszeichnet und unter anderem eine freie Implementierung - sei es durch internationale oder deutsche Anbieter beziehungsweise auf einer lokalen Ebene auf einem eigenen dedizierten oder virtuellen Server. Der Quellcode von GIT untersteht der GNU GPL2 Open Source Lizenz und lässt sich dadurch kostenlos einsetzen und individuell verändern - gleichgültig, ob es sich um kleine und rein individuell und ausschließlich privat verwendete Codeschnipsel oder ein umfangreiches Projekt handelt, an dem unterschiedliche Entwickler oder gar Unternehmen beteiligt sind.

Wer sind Gitlab und Github?

Nicht zuletzt aufgrund des steigenden Bedarfs an universellen Lösungen für eine übergreifende und interdisziplinäre Entwicklung von Software sowie die Beteiligung verschiedener Gruppen hat sich das GIT Webhosting in den letzten Jahren zu einer unverzichtbaren Plattform für IT-Unternehmen entwickelt. Um diese Nachfrage auf einer professionellen Ebene zu bedienen, haben sich unterschiedliche Projekte etabliert, bei denen es sich teilweise um Tochterunternehmen bekannter Konzerne und quelloffener Anbieter, teilweise ebenfalls um junge Start-ups mit einem Fokus auf eine spezielle Zielgruppe handelt. Bei Gitlab und Github handelt es sich um zwei prominente Vertreter, die unter anderem in der Open Source Community weit verbreitet sind, sich jedoch ebenso für kommerzielle Vorhaben anbieten.

Die Plattform Gitlab wurde 2012 gegründet und bietet ebenfalls eine extern verfügbare Community Edition, die sich auf einem eigenen dedizierten oder virtuellen Server als selbst administrierte Software installieren lässt. In den Jahren 2015 und 2016 expandierte das Unternehmen erheblich, nachdem es durch Investoren für Risikokapital eine Finanzierung von insgesamt mehr als 25 Millionen US-Dollar einsammeln konnte. Zu den aktiven Kunden (Stand 2021) zählen unter anderem die NASA, Sony, IBM und das europäische Kernforschungszentrum CERN in Genf sowie die unter Linux verbreiteten Desktop Umgebungen GNOME und KDE, die ihre Projekte teilweise ebenfalls auf eigenen dedizierten Servern hosten.

Das im US-amerikanischen San Francisco ansässige Unternehmen GitHub gründete sich 2007 und nahm 2008 den operativen Betrieb auf. Erklärtes Ziel bestand darin, eine ebenso universelle wie nützliche Plattform für das effiziente Verwalten von Software mit einer kontinuierlichen, übersichtlichen und leicht zu administrierenden Versionskontrolle zu schaffen, die sich gleichermaßen für wenige Codezeilen wie für umfangreiche Projekte mit diversen Teams eignet. Für einen schnellen und möglichst vielseitigen Fortschritt mit öffentlicher Beteiligung und einer allgemeinen Fehlerkontrolle und -meldung legt GitHub im Vergleich zu Alternativen einen klaren Fokus auf die Entwickler und Programmierer, die ihre laufenden und abgeschlossenen Vorhaben unter einem eindeutigen Nutzernamen speichern sowie fremde Inhalte übernehmen (Forks) und autonom weiterentwickeln können. Im Jahr 2018 übernahm Microsoft das zuvor unabhängige Unternehmen für eine Summe von insgesamt rund 7,5 Milliarden US-Dollar, was kurzzeitig zu einer starken Abwanderung von Kunden zu einem alternativen GIT Hosting wie Gitlab führte.

Welche Möglichkeiten bieten GitHub, Gitlab und deutsche Anbieter?

Obwohl es sich ursprünglich um eine Software für die Versionskontrolle von quelloffenem und proprietär lizenziertem Programmcode in unterschiedlichen Sprachen handelt, zeigen sich ebenfalls in anderen Bereichen Vorteile etwa für die Wissenschaft und statistische Erfassung und Auswertung. Hintergrund ist, dass es sich in einem erweiterten Sinn um eine flexible Plattform handelt, deren Funktion sich - anders als zum Beispiel speziellen Entwicklungsumgebungen (IDE) - universell und nicht gebunden an eine Sprache oder ein Vorhaben nutzen lässt. Aus diesem Grund entwickeln sich Versionskontrollsysteme wie GitLab und GitHub zunehmend zu einem wichtigen Werkzeug bei der wissenschaftlichen Forschung und ermöglicht hier eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Fachbereichen sowie eine exakte Protokollierung von Studien.

Im praktischen Einsatz bieten sowohl GitHub wie GitLab die von Git geschaffenen Möglichkeiten zu einer dezentralen und verteilten Versionsverwaltung und -kontrolle von Informationen. Die grundlegenden Optionen erfassen unter anderem:

  • Anlegen, Entwickeln und Archivieren von Projekten mit mehreren Nebensträngen
  • Öffentlicher Zugriff auf einzelne Bereiche oder den kompletten Quellcode
  • Meldung von Bugs, Verbesserungen, erwünschten Optionen oder Fehlern
  • Aktive Beteiligung etwa durch Vorschlag von Fixes und Patches
  • Lokale Bearbeitung und Abgleich der Daten mit einem zentralen Server
  • Erstellen mehrerer Zweige (Branches) mit alternativen Lösungen und Ansätzen
  • Freier Zugriff auf Daten oder Beschränkung auf autorisierte Kreise
  • Komfortabler Abgleich zwischen lokalen Rechnern und dem Repository über Git

Wie schneiden GitHub und GitLab in einem direkten Vergleich ab?

Die Entscheidung für GitHub, GitLab oder eine der Alternativen wie deutsche Anbieter, die auf die Software der beiden Plattformen zurückgreifen, entscheidet sich meist durch nützliche Funktionen in der Praxis. Zu diesen gehören etwa:

  • Die Vergabe von Zugriffsrechten an mehrere Nutzer und Gruppen
  • Zahl von öffentlichen, privaten und geschützten Branches für ein Projekt
  • Integration von externen Diensten wie Docker, CI-/CD-Tools oder Projektmanagement
  • Verfügbare Nutzeroberflächen inklusive GUI, Webinterface und Kommandos im Terminal
  • Unterstützung für mobile Endgeräte und zahlreiche Betriebssysteme
  • Einbettung von IDEs, Editoren und weiteren Tools
  • Kostenfreies Hosting auf einem eigenen dedizierten oder virtuellen Server
  • Werkzeuge zur (statistischen) Analyse von Pull-Requests, Issues, Bugs und Eingaben

In einiger dieser Punkte zeigt sich eine breite Differenz, die GitLab und GitHub unterscheidet: Sie besteht insbesondere in der Funktionalität zwischen der kostenlosen und -pflichtigen Varianten sowie bei der Verwaltung der autorisierten Nutzer. Unter Berücksichtigung dieser Aspekte erweist sich etwa GitHub als stabiler, leistungsfähiger und besser integriert in Drittanbieter wie IDEs oder Tools etwa für die Continuous Integration - auf der anderen Seite stellt GitLab mehr Funktionen in seiner kostenfreien Version zur Verfügung und erlaubt ebenfalls die Installation auf eigenen Servern ohne einen kostenpflichtigen Support. Leider existieren keine vergleichbaren deutschen Anbieter, die eine ähnliche Präsenz und Vorteile bieten, sondern lediglich kleine Plattformen auf der Grundlage der von beiden Unternehmen angebotenen Software. Als Alternative ist es jedoch problemlos möglich, die Installation von Git auf einem eigenen dedizierten oder virtuellen Server vorzunehmen, um seine Möglichkeiten und Vorteile in einer sicheren und selbst verwalteten Umgebung zu nutzen.

GitHub, GitLab oder deutsche Anbieter - wer eignet sich für ein konkretes Projekt?

Ein entscheidendes Ausschlusskriterium bei der Entwicklung und Betreuung von proprietärer Software dürfte ohne Zweifel darin bestehen, dass GitHub im Unterschied zu GitLab private Repositories ausschließlich bei einem kostenpflichtigen Hosting erlaubt. Obwohl beide Unternehmen einen hohen Wert auf Sicherheit legen, stehen sie zudem als globale Konzerne mit einer Vielzahl an sensiblen Daten stetig im Fokus krimineller Angriffe - deutsche Anbieter oder eigene Server bieten hier allein durch die geringere Sichtbarkeit und übersichtliche Infrastruktur wichtige Vorteile. Letztendlich eignen sich alle Betreiber für einfache und komplexe Projekte, die nach Open Source lizenziert und somit öffentlich sichtbar sind.

Bei kommerzieller Entwicklung von Software entscheiden hingegen die konkreten Voraussetzungen wie die Verwaltung, Integration von extern verwendeten Tools, Art des betreuten Codes - etwa Anwendungen oder Webseiten - sowie die Kompatibilität mit einem Webhosting über eine optimale Wahl. Aufgrund der Vielzahl der möglichen Faktoren wäre es vorschnell, in diesem Zusammenhang eine allgemeine Empfehlung auszusprechen. Generell eignen sich internationale und deutsche Anbieter ohne Einschränkung für einfache Projekte mit maximal drei Teilnehmern oder Teams - bei aufwendigeren Entwicklungen lohnt sich ein exakter Abgleich der sich mitunter ändernden Konditionen für das Git Hosting bei GitLab, GitHub und anderen seriösen und zuverlässigen Plattformen und Providern.

Vorteilhaft speziell bei dem Development von Webseiten in experimentellen Umgebungen zeigt sich die Implementierung von Git in Verwaltungspanels für die Administration wie Plesk oder CPanel. Diese ermöglichen in Verbindung mit einem passenden Account, Quellcode auf Knopfdruck in verschiedenen Versionen zu übertragen, um sie bei Bedarf in eine andere Umgebung zu spiegeln. Achte daher bei der Wahl des Webhostings auf die aktive Git Unterstützung deines Anbieters. Ebenfalls ist ein SSH Zugang vom großen Vorteil, damit Git-Befehle direkt in der Konsole ausgeführt werden können. Da viele Webhosting Anbieter dieses bei Shared Hosting-Paketen oftmals nicht unterstützen, empfehlen wir den Einsatz von Managed vServern oder Cloud Servern.

Foto: Arek Socha auf Pixabay



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  • Git

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