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Was ist GAIA-X?

Autor: HOSTTEST-Redaktion   |21.03.2022

Was ist GAIA-XDie Verarbeitung von sensiblen, persönlichen und öffentlichen Daten durch Unternehmen im Ausland war schon immer eine juristisch umstrittene Angelegenheit. Es muss daher eine Dateninfrastruktur, durch die der Schutz vor dem Zugriff durch Unbefugte sichergestellt werden kann, eingeführt werden. In den USA ist der US Cloud Act für Cloud-Provider rechtlich zuständig und maßgebend. Die US-Behörden können teilweise ohne richterliche Anordnung auf alle Daten zugreifen, die von US-Cloud-Providern kontrolliert werden. Dies gilt auch für Daten, die in Rechenzentren in Europa verwaltet werden. Die Datenverarbeitung und der Datentransfer zwischen Europa und den USA sind bis dahin nicht wirklich sicher. GAIA-X soll beim Umgang mit Daten in Europa für mehr Transparenz sorgen. Entsprechend gross ist das Interesse an der Entwicklung dieser modernen Dateninfrastruktur für Europa.

Worum handelt es sich bei GAIA-X?

Europäische Unternehmen sind bei der Digitalisierung stark von IT-Infrastrukturen in China und den USA abhängig. Jedes Unternehmen muss Unmengen von Daten verarbeiten und langfristig oder kurzzeitig speichern. Den EU-Vorstellungen in Sachen Transparenz und Datenschutz, wie sie etwa am Serverstandort Deutschland gelten, wird in den USA und China allerdings selten entsprochen. Doch auch wenn ausländische Unternehmen Daten innerhalb der EU verarbeiten kann es beim Datenschutz zu bedenklichen Situationen kommen.

Förderung der Datensicherheit mit neuem Projekt

Um die digitale Wirtschaft in Europa langfristig zu stärken, wurde eine Förderung des Projektes GAIA-X in Angriff genommen. Politik, Industrie, Wirtschaft und Wissenschaft haben sich zusammengefunden, um unter der Führung des Bundeswirtschaftsministeriums Ansätze für die Chancengleichheit zwischen Unternehmen in der EU und Unternehmen im Nicht-EU-Ausland zu schaffen. Insbesondere Frankreich zeigt sich als wichtiger Partner in der GAIA-X-Gemeinschaft, die eine Dateninfrastruktur nach höchsten Anforderungen in Sachen Innovation und Souveränität errichten möchte. Gemeinsame Standards und harmonisierte Schnittstellen sollen Anwender in ganz Europa in die digitale Zukunft bringen.

 

Dateninfrastruktur für ein transparentes, offenes und digitales Ökosystem

GAIA-X sorgt für eine Dateninfrastruktur, in der datengetriebene Dienste und Daten im Allgemeinen universell verfügbar sind. Die Daten werden mit einem auf Vertrauen und gemeinsamen Werten basierenden Rechtssystem zusammengeführt. Die Projekt-Teilnehmer kümmern sich um einheitliche Standards, Schnittstellen und Policies, um für einen harmonischen Datenaustausch nach europäischen Datenschutzvorgaben zu sorgen. Zur Förderung der notwendigen Transparenz wird dabei auf Open Source gesetzt.

 

GAIA-X - die Eckpunkte

Für den höheren Zweck des Datenschutzes findet Europa zusammen. Dies lässt sich bereits an der Rechtsform des Projektes ablesen. Bei GAIA-X handelt es sich um eine AISBL (Association internationale sans but lucratif), die nach belgischem Recht eine Vereinigung ohne Gewinnstreben darstellt. Hunderte von Organisationen und Unternehmen haben sich weltweit zu GAIA-X bekannt und bringen somit Daten- und Cloud-Services, die

  • Datenschutzstandards für Europa vorgeben
  • einen sicheren Austausch von länder- und branchenübergreifenden Daten erlauben
  • global und wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit garantieren
  • unabhängig von fremden Rechtsordnungen existieren
  • unerwünschten Monopolstellungen beim Umgang mit Daten verhindern

Der Weg in eine souveräne Zukunft

Die wichtigsten Rahmenbedingungen für GAIA-X stehen bereit. Es entstehen sogenannte Federation Services, eine Architecture of Standards sowie Rules & Policies, die den innersten Projektkern darstellen. Natürlich benötigt es reale Anwendungen, die für Unternehmen und den öffentlichen Bereich echte Mehrwerte schaffen. Die infrastruktuelle Basis wie das Cloud Computing wird von GAIA-X abgedeckt. Getragen wird die Infrastruktur durch ein umfassendes Daten-Ökosystem und sogenannte Föderationsservices.

Grundprinzipien von GAIA-X

Das Projekt zielt auf eine digitale, transparente Infrastruktur ab. Die Daten sollen sicher und vertrauensvoll gespeichert und geteilt werden können. Zu diesem Zweck werden Regeln und Richtlinien vordefiniert. Zur Förderung der "europäischen Cloud" wurden deshalb folgende Eckpunkte formuliert:

  • einheitlicher Europäischer Datenschutz
  • Transparenz und Offenheit
  • Vertrauen und Authentizität
  • Selbstbestimmung und Souveränität
  • Interoperabilität und Modularität
  • maximale Nutzerfreundlichkeit

Grundsätzlich sollen diese Prinzipien dafür sorgen, dass der digitale Markt transparenter und fairer gestaltet wird, und gleichzeitig nicht auf wichtige Sicherheitselemente wie den Datenschutz (etwa in Bezug auf die DSGVO) zu verzichten. Auf die betroffenen Unternehmen wirkt sich die Öffnung des Marktes zunächst positiv auswirkt, darf nicht vergessen werden, dass auf lange Sicht jeder Anwender von der neuen Infrastruktur profitieren wird.

Soll GAIA-X zum Hyperscaler werden?

Die Hyperscaler von heute sind Google, Amazon und Microsoft. Nun könnte der Eindruck entstehen, dass GAIA-X sich als Cloud-Service in diese Liste einreihen möchte. Allerdings handelt es sich bei diesem Projekt um mehr als einen reinen Cloud Server. Denn die Förderung bei der Erschließung von dezentralen Datenquellen und -pools steht bei GAIA-X im Vordergrund. Zudem müssen die Datenquellen durch klare rechtliche Regelungen im Sinne des Wertverbunds Europa in Harmonie interoperabel gestaltet werden. Selbstredend soll die Cloud später zu einem Netzwerk mit maximaler Ausrichtung in den Bereichen Big Data und Cloud Computing ausgebildet werden. Der dezentrale Charakter der GAIA-X-Vernetzung, die auf Open Source beruht, kann also eher als Alternative zu Hyperscalern gesehen werden.

 

Welcher Zeitplan wurde für die Entwicklungsphase von GAIA-X angesetzt?

Seit dem Beginn des Projektes im Jahr 2020 hat sich bereits eine Menge getan. Mittlerweile haben sich bereits viele Vertreter aus Europa aktiv an der Konzepterstellung beteiligt. Der Austausch zwischen den EU-Staaten zu den entsprechenden Kommissionen wurde weiter ausgebaut. Eine internationale, gemeinnützige Vereinigung hat die Ausarbeitung technischer Lösungen unter Anwendung des belgischen Rechts übernommen. Als nächster Schritt wurde die Implementierung erster Services im Jahr 2021 geplant, die den Grundstein für die Lösung konkreter Anwendungsfälle gelegt haben. Für diesen Teil des Projekts stellt das Bundeswirtschaftsministerium eine Förderung in Höhe von knapp 200 Millionen Euro bereit.

 

Welche Anwendungsgebiete soll GAIA-X abdecken?

Anwender werden Zugriff auf ein umfassendes Spektrum an hochwertigen Services und Produkten von Cloud-Anbietern erhalten. Volle Transparenz und ein zertifizierter Datenschutz zeichnen diese Services aus. Die bisher erarbeiteten 40 Anwendungsfälle beweisen, dass GAIA-X für alle involvierten Parteien einen hohen Mehrwert darstellt.

Folgende 8 Bereiche werden bisher vom Projekt abgedeckt:

  • Smart Living
  • Industrie 4.0/KMU
  • Gesundheit
  • Finanzwesen
  • Mobilität
  • Energie
  • Agrar
  • Öffentlicher Sektor

Die genannten 8 Bereiche der Anwendungsgebiete für GAIA-X wurden von einem Team unterschiedlicher Organisationen und Unternehmen aus verschiedenen europäischen Ländern zusammengestellt. Wichtige Vorreiterpositionen nehmen die Länder Deutschland, Italien, Frankreich, die Niederlande und die Schweiz ein. So wird das GAIA-X-Projekt sich auch in Zukunft immer weiter entwickeln, denn die bestehende Dateninfrastruktur lässt Raum für unberücksichtigte, neue Anwendungsmöglichkeiten.

 

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Bildnachweis: Gerd Altmann auf Pixabay



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