MariaDB vs MySQL im Vergleich

Autor:   |  21.09.2018


mysql-mariadb.png Datenbanken sind in den meisten komplexen Software-Projekten inzwischen unverzichtbar geworden. Gerade dynamische Webseiten sind auf sie für die Speicherung von Informationen angewiesen - von Texten über interne Links bis zu Nutzernamen und Passwörtern. Wegen seiner Effizienz und der Verfügbarkeit als Open Source Projekt (neben einer kommerziellen Enterprise-Version) war MySQL von Mitte der 90er Jahre bis etwa 2013 einer der populärsten Datenbank-Server. Seitdem beginnt sich im Wettstreit MariaDB vs MySQL erstere durchzusetzen.

Die Trennung von MariaDB und MySQL

Hinter der Entwicklung von MariaDB steht unter anderem der Programmierer Michael Widenius - selbst einer der Mitbegründer und führenden Entwickler von MySQL (beide Sprachen sind nach seinen Töchtern My und Maria benannt). Der Grund für die Spaltung der beiden Projekte liegt in der Übernahme von MySQL durch den Konzern Oracle, dessen Umgang mit der Open Source Version der Software zunehmend für Kritik sorgte. MariaDB begann deshalb als ein sogenannter "Fork" - eine eigenständige Weiterentwicklung - des öffentlichen Quellcodes von MySQL.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten von MariaDB und MySQL

Grundsätzlich ist MariaDB vollständig mit unter MySQL erstellten Datenbanken kompatibel. Auch der Syntax beider Systeme für das Anlegen, Abfragen und Ändern von Daten ist nahezu identisch. Das bedeutet, eine Übertragung oder Konvertierung der gespeicherten Informationen ist nicht erforderlich. In nahezu allen Fällen ist es ausreichend, lediglich die Serversoftware auszuwechseln. Allerdings erweitert MariaDB die Funktionalität von MySQL in einigen Punkten - teilweise durch Routinen, die bislang ausschließlich zahlenden Kunden der Enterprise-Version vorbehalten waren. Während ein Umstieg in die eine Richtung deshalb problemlos möglich ist, können sich in die andere Schwierigkeiten ergeben.

Vorteile von MariaDB vs MySQL

Es sprechen einige Punkte für den Wechsel von MySQL zu MariaDB. Zunächst einmal unterstützt letztere deutlich mehr "Engines", also Kernroutinen für die Arbeit mit anderen Datenbanken. Viele Plug-ins, die unter MySQL in den Händen von unabhängigen Dritten liegen, integriert MariaDB in sein Kernsystem. Insgesamt ist außerdem die Performance bei der Datenverarbeitung deutlich höher, was unter anderem auf die Überarbeitung des Quellcodes und die Verwendung von effizienteren Algorithmen zurückzuführen ist. Für Nutzer werden Aktualisierungen in Form von Updates schneller zur Verfügung gestellt, wodurch einerseits Sicherheitslücken schnell geschlossen und mehr Funktionen verfügbar werden. Nicht zuletzt besitzt MariaDB einige neue Features, die von MySQL nicht angeboten werden.

Ein weiterer Vorteil - insbesondere für Software-Entwickler - ist, dass die komplette Software quelloffen ist und ohne Einschränkungen genutzt werden darf. Unter MySQL war es hingegen notwendig, für die Verwendung des Servers in nicht nach Open Source lizenzierten Programmen die entsprechende, kostenpflichtige Enterprise-Version zu verwenden.

Welche Probleme können bei einem Umstieg entstehen?

Bis 2015 war ein Umstieg jederzeit und problemlos möglich, sofern eine gleiche Versionsnummer verwendet wurde. Im selben Jahr sprang die Version von MariaDB von 5.5 auf 10, um einen deutlichen Wandel im Quellcode anzuzeigen. Die Migration ist dennoch weiterhin in den meisten Fällen problemlos möglich- selbst zwischen unterschiedlichen Versionen. Probleme ergeben sich höchstens bei dem in Programmen genutzten Syntax für den Zugriff. Diese dürften kaum auftreten, sofern bei einem Webhosting aktuelle Versionen eines Content Management Systems (CMS) wie Wordpress, Joomla, Magento oder Drupal verwendet werden. Bei sehr alten Systemen können hingegen Inkompatibilitäten bei einzelnen Abfragen erstehen (diese sollten allerdings bereits aus Gründen der Sicherheit dringend aktualisiert werden). Die Integrität der Daten selbst ist durch die Kompatibilität zwischen beiden Servern nicht gefährdet.

Gründe für die Entscheidung MariaDB vs MySQL

Unter Linux ist es empfehlenswert, das von der Distribution verwendete Datenbanksystem zu benutzen, sofern keine speziellen Gründe für einen Wechsel vorliegen. Die meisten Linux Distributionen verwenden ohnehin bereits seit Jahren MariaDB als bevorzugten Datenbankserver - darunter etwa Debian, Fedora, OpenSUSE, Gentoo, Ubuntu oder Red Hat Linux. Der Entwicklung hat sich auch XAMPP als eine der populärsten Software für die Kombination Webserver-Datenbank-PHP angeschlossen. Eine Ausnahme ist Apple OS X, das auch 2018 noch MySQL als bevorzugten Server verwendet. Es stellt für das Webhosting allerdings eine seltene Ausnahme dar.

Foto: pixabay mcmurryjulie