WordPress vs. Joomla

Autor:   |  13.09.2018


template-1599663_640.jpgWer sich dazu entschieden hat ein Content Management System (CMS) für den Aufbau der eigenen Webseite zu nutzen, der steht anschließend vor der Frage, welches System genutzt werden soll. In die nähere Auswahl kommen dabei üblicherweise die zwei beliebtesten Software Lösungen WordPress und Joomla. Beide Systeme sind sich zwar in vielen Punkten ähnlich, trotzdem besitzt jede Software ihre eigenen Stärken und Schwächen. Grund genug, um sich daher beide CMS einmal genauer anzugucken. Vorhang auf für das Duell: WordPress vs. Joomla.

Geschichte und Entwicklung

Die Entwicklung von WordPress begann im Jahre 2003. Bereits ein Jahr später konnte die erste stabile Version WordPress 1.0 von den Programmierern Matthew Mullenweg und Mike Little veröffentlicht wurde. Seither ist das Team um WordPress stark gewachsen und die Software wird kontinuierlich verbessert.

Die Entwicklung von Joomla reicht bis ins Jahr 2005 zurück. Eine Gruppe von Programmierern, die zuvor am CMS Mambo arbeiteten, gründeten das Projekt und brachten noch im selben Jahr die erste stabile Version Joomla 1.0 auf den Markt. Mit einem immer größeren Team und stetigen Verbesserungen wird die Software fortlaufend aktualisiert.

Sowohl WordPress als auch Joomla stehen als Open Source Software unter der GNU-GPL-v2-Lizenz. Wie bei sogenannter freier Software üblich, hat jeder Nutzer die Möglichkeit, den kompletten Quellcode einzusehen. Dieser kann uneingeschränkt verwendet, verbreitet und verändert werden. Erfahrenen Nutzern mit Programmierkenntnissen wird es auf diese Weise ermöglicht, individuelle Erweiterungen in Form von Plugins und Themes für beide Content Management Systeme zu entwickeln. Aufgrund der höheren Verbreitung von WordPress ist die Auswahl an Erweiterungen hier um ein Vielfaches höher, als es bei Joomla der Fall ist.

Installation und Bedienung

Da beide Content Management Systeme WordPress und Joomla auf der Skriptsprache PHP basieren sind die technischen Anforderungen an das Webhosting ähnlich. Es wird jeweils ein Webserver mit PHP-Skriptsprachenunterstützung sowie eine MySQL Datenbank benötigt. Die Installation beider Systeme erfolgt mit nur wenigen Klicks. Ein Standard Theme und verschiedene Plugins sind bereits vorinstalliert, sodass beide Systeme direkt nach der Installation sofort betriebsbereit sind. Dank der einfachen und intuitiven Menüführung fällt der Einstig in WordPress für unerfahrene Nutzer allerdings leichter.

Sowohl Joomla als auch WordPress sind für die Bedienung durch mehrere Benutzer konzipiert. Es können daher verschiedene Benutzer angelegt und diese mit unterschiedlichen Rechten ausgestattet werden: Etwa Administratoren, die vollen Zugriff auf alle Systemeinstellungen haben oder zum Beispiel Redakteure, die lediglich Inhalte veröffentlichen können. Während WordPress lediglich sechs fest vordefinierte Benutzerrollen kennt, lassen sich diese in Joomla komplett individuell konfigurieren.

WordPress ermöglicht das Anlegen neuer Inhalte über die Menüpunkte „Seiten“, um klassischen Unterseiten zu erstellen, oder über „Beiträge“, um spezielle Blogbeiträge zu verfassen. In Joomla werden neue Inhalte über das Menü unter „Inhalte“ und „Beiträge“ hinzugefügt. Im Gegensatz zu WordPress, das eine starre Einteilung der Inhalte in Beiträge und Seiten vornimmt, lassen sich alle Inhalte bei Joomla in frei wählbare Kategorien einordnen.

Sicherheit

Beide Content Management Systeme werden von den Entwicklern kontinuierlich mit Sicherheitspatches auf dem aktuellsten Stand gehalten. Durch die hohen Individualisierungsmöglichkeiten mit Themes und Plugins kommt es aber immer wieder zu Sicherheitslücken. Aufgrund der extrem hohen Verbreitung von WordPress ist das System ein sehr beliebtes Ziel für Hacker und hat daher häufiger mit Angriffen zu kämpfen. Zudem sind einige Sicherheitsvorkehrungen wie etwa eine SSL-Verschlüsselung für die Verwaltungsoberfläche oder eine Zwei-Faktor-Authentifizierung beim Einloggen bei WordPress lediglich per Plugin realisierbar, während diese bei Joomla zur Standardausstattung gehören.

WordPress vs. Joomla: Fazit

Grundsätzlich lässt sich bei der Gegenüberstellung von WordPress vs. Joomla als Fazit feststellen:

Beide Content Management Systeme eignen sich für die Umsetzung verschiedenster Webprojekte. Obwohl sich WordPress in erster Linie als Blogging-System versteht, lässt sich mithilfe von Erweiterungen jede erdenkliche Art von Webseite realisieren. Joomla ist hingegen bereits von Grund auf als vielseitiges CMS für die unterschiedlichsten Einsatzzwecke konzipiert.

Aufgrund der einfacheren Bedienung ist WordPress vor allem für unerfahrene Anwender erste Wahl, die bei der Erstellung der einfachen Webseite schnell zu einem ansehnlichen Ergebnis kommen möchten. Joomla erfordert hingegen eine etwas intensivere Einarbeitung, ermöglicht aber letztendlich auch die Umsetzung besonders umfangreicher und komplexer Webprojekte.

Einen klaren Sieger bei der Gegenüberstellung von WordPress vs. Joomla gibt es nicht. Viel mehr kommt es bei der Auswahl des passenden CMS auf die eigenen Kenntnisse sowie Art und Umfang des geplanten Webprojekts an.

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