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Die .com vs .de Domain - welche Vorteile bieten sie im Vergleich?

Autor: HOSTTEST-Redaktion   |26.11.2021

de Domain vs. com DomainDie Auswahl einer idealen Domainadresse zeigt sich in vielen Fällen entscheidend für einen dauerhaften Erfolg - die Wunschdomain sollte einprägsam, simple, leicht zu erkennen und eindeutig sein. In diesem Zusammenhang spielt die Domainendung Top-Level-Domain (TLD) aus mehr als einer Hinsicht eine wichtige Rolle, denn sie wirkt sich nicht allein über die Verfügbarkeit in einem Domaincheck, sondern ebenfalls auf die Kosten, die Suchmaschinenoptimierung (SEO) und zusätzlich technische Faktoren wie die Internationalisierung der Adresse etwa durch Sonderzeichen aus. Deshalb herrscht eine breite Kontroverse, ob zum Beispiel eine .de oder eine .com Adresse mehr Vorteile oder Nachteile bietet - oder ob sich nicht weitere Alternativen wie etwa .eu oder .info anbieten.

Die .com Adresse - wie hat sie sich zum Klassiker entwickelt?

Bei der Schaffung des heutigen Domain Name Systems (DNS) in den 80er Jahren des letzten Jahrtausends war an eine globale Verbreitung kaum zu denken - die Zahl der voraussichtlich vernetzten Computer lag in einem drei- bis niedrigen vierstelligen Bereich und eine private Nutzung schien schlicht undenkbar. Um den Anwendern eine grobe Orientierung zu bieten, wurde in der ersten Phase eine spezifische Unterteilung in mehrere Kategorien unternommen:

  • .gov: Ausschließlich für Einrichtungen der US-Regierung reserviert
  • .net: Ursprünglich für die Infrastruktur des Netzwerks vorgesehen
  • .edu: Zunächst allgemein für Bildungseinrichtungen, später ausschließlich für US-amerikanische Institutionen vergeben
  • .org: Nicht kommerzielle und außerstaatliche Organisationen
  • .info: Speziell für Informationsanbieter wie der Presse oder technische Datenblätter
  • .biz: Von Business für kommerzielle Projekte
  • .com: Endung für eingetragene Unternehmen und Firmen

Diese ursprüngliche Einteilung hatte allerdings keinen langen Bestand. Trotz einer zunächst sehr niedrigen Nachfrage zeigte sich bereits früh der Bedarf an zusätzlichen Domainendungen, die sich nicht zuletzt in der Einführung der länderspezifischen Country Code Top Level Domains (ccTLD) widerspiegelte. Dennoch hat sich die .com Domain - nicht zuletzt aufgrund seiner sehr liberalen Vergabe - innerhalb von weniger als einem Jahrzehnt als die TLD für eine internationale private oder gewerbliche Nutzung etabliert. Heute ist sie die mit Abstand am häufigsten registrierte Domainendung mit mehr als 150 Millionen vergebenen Adressen (Stand: 2021) obwohl es auch zahlreiche Alternativen zur .com Domain gibt.

Die .de Adresse - was macht ihre Attraktivität aus?

Die .de Adresse wurde im Winter 1986 eingeführt und erfuhr zunächst eine sehr geringe Beachtung. Mit der Verbreitung des Internets ab den frühen 90er Jahren änderte sich die Situation allerdings rasch. Nachdem sich das World Wide Web durch die Zunahme von privaten PC innerhalb kurzer Zeit von einem kommerziellen und wissenschaftlich genutzten Netzwerk zu einem gesellschaftlich genutzten Medium entwickelt hatte, stieg das Interesse an .de Adressen exponentiell an. Nicht zuletzt aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung Deutschlands reservierten viele Unternehmen und zunehmend Privatpersonen attraktive .de Domains für eigene Verwendung oder einen eventuellen Verkauf.

Es ist naheliegend, dass die .de Domain vor allem im deutschsprachigen Raum inklusive Österreich und der Schweiz sowie in Grenzregionen eine hohe Popularität besitzt - allerdings sollte die internationale Reichweite ebenfalls nicht unterschätzt werden. Sie gilt bei transkontinentalen Unternehmen mehr als zum Beispiel die .fr oder die .es Domain als digitale Visitenkarte für den europäischen Markt. Zu ihren Vorzügen und Merkmalen gehören:

  • Eindeutige Zuordnung innerhalb der EU als Wirtschaftsraum
  • Gute technische IT-Infrastruktur für virtuelle oder dedizierte Server
  • Hohe Rechtssicherheit und umfassender Datenschutz entsprechend der nationalen Gesetzgebung
  • Gutes Renommee im internationalen Vergleich
  • Registrierung trotz Auflagen problemlos und unkompliziert möglich
  • Geringe Kosten bei entsprechenden Leistungen und hoher Zuverlässigkeit
  • Unterstützung für Internationalisierung nach IDN in mehreren Fremdsprachen
  • Hohe Sicherheit der Adresse durch Unterstützung für DNSSEC

Die hohe Beliebtheit der .de Domain zeigt sich unter anderem in der weiten Verbreitung - mit rund 17 Millionen registrierten Adressen zeigt sie sich auf dem zweiten Platz bei den ccTLD hinter .cn für die Volksrepublik China und vor anderen beliebten Endungen wie .net oder .uk (Stand: 2021). Nach einem steten Anstieg bis und einem langsamen Abflachen der Reservierungen ab 2015 ist die Nachfrage allein seit Beginn 2020 um etwa eine Million Adressen gestiegen. Und das obwohl es auch viele gute Alternativen zur .de Domain gibt.

Was sind die Vorteile und Nachteile von .com und .de?

Bei einem direkten Vergleich zeigt sich die .com Domain rein statistisch der .de Domain eindeutig überlegen - sie ist etwa zehnmal häufiger vergeben. Dies bedeutet jedoch ebenfalls, dass sich deutlich mehr freie und attraktive Adressen finden, die darüber hinaus als eine der wenigen international renommierten ebenfalls eine Internationalisierung über die Internationalized Domain Names (IDN) mit deutschen Sonderzeichen wie Umlauten oder dem Eszett erlaubt. Von den Kosten her erweist sich die .de Domain als überdurchschnittlich effizient und besitzt dadurch weitere Vorteile gegenüber der ebenfalls relativ preisgünstigen .com Domain. Ein entscheidender Unterschied besteht bei dem Level der möglichen Anonymität - die .de Domain verlangt die Angabe einer rechtlich verbindlichen Ladungsadresse, die allerdings ebenfalls von einem Treuhänder etwa durch einen Domainhändler stammen kann. Eine Anonymisierung, wie sie etwa von vielen Anbietern für die .com Adresse durch sogenannte "Privacy Shields" mit außereuropäischem Wohnsitz angeboten wird, ist bei ihr nicht möglich.

Foto: Gerd Altmann auf Pixabay



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