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IPv6: Die Zukunft des Webs

Autor: HOSTTEST-Redaktion   | 25.02.2020

Das altbekannte IPv4 System hat ausgedient. IPv6 steht in den Startlöchern. Doch wann kommt der neue Standard flächendeckend? Hosttest recherchierte und sprach mit dem Geschäftsführer der ANEXIA GmbH, Herrn Alexander Windbichler über den neuen Standard.

Zur Info: Was ist IPv6?

Das Internet Protocol Version 6 (kurz IPv6) ist ein von der Internet Engineering Task Force (IETF) standardisiertes Verfahren zur Übertragung von Daten in paketvermittelnden Rechnernetzen wie dem Internet. Die neue Version (IPv6) soll im Laufe der Zeit die Vorgängerversion (IPv4) vollständig ablösen, da diese eine deutlich höhere Anzahl an möglichen Adressen bietet. Die freien IPv4 Adressen drohen aufgrund der stetig steigenden Anzahl an Geräten im Internet zu erschöpfen. Durch das neue Zahlenformat können rund 4,3 Milliarden verschiedene Adressen entstehen.

Zum Interview: Die Zukunft des Webs

 

ht: Guten Tag Herr Windbichler, könnten Sie unseren Lesern kurz Ihr Unternehmen vorstellen!

an: Hallo Herr Keul, mein Name ist Alexander Windbichler und ich bin Geschäftsführer der ANEXIA in Deutschland und Österreich. ANEXIA gibt es seit dem Jahre 2006 und startete als Einzelunternehmen in Österreich. Im Jahre 2007 firmierten wir zur GmbH. Aufgrund des starken Wachstums gründeten wir im Jahre 2009 die ANEXIA Deutschland GmbH mit Sitz in München. 2010 kam unser Standort in Solingen hinzu. Weitere geplante Standorte für das erste Quartal 2011 sind Wien und Köln.

ANEXIA beschäftigt sich hauptsächlich mit professionellen Managed-Hosting Lösungen für anspruchsvolle Kunden und individuellen Software-Lösungen auf Mobil- und Web-Plattformen.

Zu unseren Kunden gehören große Unternehmen wie EA-Sports oder Logitech, aber auch öffentliche Institutionen und zahlreiche Klein- und Mittelunternehmen.

ht: Könnten Sie unseren Lesern in verständlichen Worten erklären was sich hinter der Abkürzung  IPv6 verbirgt.

an: Hinter der Abkürzung IPv6 verbirgt sich „Internet Protocol Version 6“. Kurz und knapp erklärt löst IPv6 (z.B.: 2A00:11C0:1000:1::1) die aktuellen IPv4 (z.B. 193.33.114.139) Adressen ab. Grund hierfür ist die immer knapper werdende Anzahl an frei zuteilbaren IPv4 Adressen. Im Gegensatz zu IPv4 mit knapp 4,2 Milliarden möglichen IP-Adressen bietet IPv6 die Möglichkeit über 340 Sextillionen Endgeräte zu adressieren. Somit sollte es zukünftig keine IP-Adressen-Knappheit mehr geben.

ht: Was sind Ihrer Meinung nach die primären Vor- sowie Nachteile der neuen Technik?

an: Der primäre Vorteil ist ganz klar, dass die Probleme mit der Knappheit der IP-Adressen endgültig der Vergangenheit angehören sollten. Neben einigen Sicherheitsaspekten, gibt es auch Verbesserungen bei der Implementierung von QoS, und einigen anderen Punkten. Großer Nachteil ist die fehlende Implementierung von NAT (Network Address Translation). Jedes IPv6 Endgerät hat zwangsweise eine öffentliche IP-Adresse, ist somit eindeutig identifizierbar und auch für Cyber-Kriminelle angreifbar.

ht: IPv6 ist seit geraumer Zeit in den einschlägigen Medien ein großes Diskussionsthema- jedoch erfolgte eine Umsetzung bis heute nicht. Was sind Ihrer Meinung nach die primären Gründe dafür?

an: Das liegt daran, dass IPv6 ein komplett anderes Protokoll ist und es komplett anders arbeitet. Um weiterhin normal in IP-basierten Netzen kommunizieren zu können (das größte IP-basierte Netzwerk ist das Internet) müssen alle Anwendungen IPv6 verstehen. Dazu gehören grundsätzliche Netzwerk-Elemente wie Router, Endgeräte, Server etc,…

an: Aktuell sind noch knapp 5% der IP-Adressen zuteilbar. Wenn man dies mit dem aktuellen Bedarf an IP-Adressen hochrechnet, dann haben wir weniger als ein Jahr Zeit um auf IPv6 umzurüsten. Generell wird hier aber heißer gekocht als gegessen. Sind erst einmal alle IPv4-Adressen zugeteilt, so wird die weitere Vergabe Politik strikter werden, leerer IP-Space wird zurückgefordert, etc. – das heißt also nicht, dass in einem Jahr kein neuer Server mehr ans Netz kommt. Dennoch sollte man die Zeit nicht übersehen.

an: Unser Netz ist bereits seit einem Jahr mit nativem IPv6 ausgestattet – somit 100% IPv6 kompatibel. Wir konnten auch bereits erste Kunden gewinnen, die diese Technologie nutzen. Mit anderen Providern konnten wir auch bereits erste IPv6 Peerings erschließen. Jeder Kunde, der bei uns mit IPv6 ausgestattet werden möchte, kann problemlos angebunden werden. Die Möglichkeit alle IPv4 Komponenten abzuschalten und nur noch IPv6 zu betreiben ist technisch faktisch unmöglich, da zu viele Komponenten im Internet IPv4 voraussetzen. Deswegen werden die aktuellen IPv6 Komponenten alle im Dual-Stack Betrieb betrieben. Das heißt nichts anderes, als dass jeder Komponente, die IPv6 verwendet auch eine IPv4 Adresse zugeteilt wird.

ht: Ihr Unternehmen setzt schon seit geraumer Zeit auf die neue Technik- wann wird es nun zu einer Umstellung kommen, und welches wären die primären Auswirkungen für Verbraucher?

ht: Vielen Dank für das ausführliche Interview und weiterhin viel Erfolg mit den zwei neuen Standorten!

an: Vielen Dank!

Geschäftsführer Alexander Windbichler im hosttest Interview

Autor: Marco Keul

 

Über die ANEXIA GmbH

Name: Alexander Windbichler
Position: Geschäftsführender Gesellschafter
Unternehmensform: GmbH
Angestellte: 20 FA
Gründung: 2006
Kundenstamm: > 1.000
Angebotene Produkte: > 50

Webseite: www.anexia-gmbh.de








 
 

 

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