Wordpress auf externen Server umziehen - Tipps & Tricks

Autor:   |  05.09.2019


Wordpress Umzug ServerMit einem Marktanteil von mehr als einem Drittel aller verfügbaren Webseiten und fast zwei Drittel unter den Content Management Systemen (CMS, Stand: 2019) stellt WordPress einen integralen Bestandteil des heutigen Internets dar. Das CMS hat sich unter anderem durch seine Flexibilität und seine hohe Benutzerfreundlichkeit einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet. Bei einem Serverumzug spielen jedoch darüber hinaus andere Bedingungen eine wichtige Rolle. Ohne eine entsprechende technische Betreuung und eine sorgfältige Vorbereitung besteht hier die Gefahr, dass eine Webseite temporär nicht mehr erreichbar ist oder Anfragen mit unerwünschten und vermeidbaren Fehlermeldungen beantwortet.

Inhaltsverzeichnis

WordPress als flexibles und universelles CMS
Ein Umzug bedeutet eine technische Herausforderung
Produktive und experimentelle Umgebung bei einem Serverumzug
Umzug erfolgt durch Umstellung der Nameserver
Übertragung der Datenbank in Echtzeit ist nur extern möglich
WordPress automatisch oder manuell umziehen
Fazit: Serverumzug und Anbieterwechsel mit WordPress

WordPress als flexibles und universelles CMS

WordPress hat durch seine Vielseitigkeit und die breite Basis an Unterstützern bereits lange seine ursprüngliche Aufgabe als einfach zu bedienendes CMS mit einem Fokus auf Blogging und Verwaltung für Bild- und Textbeiträge hinter sich gelassen. Durch zahlreiche unterschiedliche kostenfreie wie kommerzielle Vorlagen (Templates) und einem Plugin für jede erwünschte Funktion und Erweiterung ermöglicht die Software eine einfache Erstellung und Administration von unterschiedlichen Inhalten - von der Präsenz eines Unternehmens im Internet über die Terminvergabe bei Dienstleistungen bis zu einem Online-Shop mit integrierter Lagerverwaltung. Die hohe Flexibilität und die Nutzerfreundlichkeit auf Seiten der Administration wie der Clients begründen den Erfolg dieses überaus populären CMS. Seit 2005 stellt WordPress ein Archiv (Repository) für offizielle und von den eigenen Entwicklern geprüfte Plugins zur Verfügung, in dem unabhängige Programmierer ihre Erweiterungen anbieten können. Einige der populärsten darunter sind:

  • Woocommerce: Ein vollständiger, modular aufgebauter Online-Shop
  • Yoast SEO: Zahlreiche Werkzeuge für eine erfolgreiche, übersichtliche SEO
  • All-in-One WP Migration: Ein Plugin zum komfortablen Sichern und den leichten Serverumzug von WordPress mit Unterstützung für Cloudspeicher.
  • WP Mail SMTP: E-Mails komfortabel und sicher über SMTP versenden, selbst wenn notwendige Ports vom Webhoster gesperrt werden.
  • Contact Form: Ein einfaches, aber flexibles Kontaktformular für die Webseite.

Ein Umzug bedeutet eine technische Herausforderung

Allerdings sehen sich auch die Nutzer von WordPress immer wieder vor technische Probleme gestellt - eines von ihnen ist mit Sicherheit ein erfolgreicher Serverumzug. Bei einem Anbieterwechsel können User nur begrenzt von der komfortablen Oberfläche profitieren, die WordPress seinen Nutzern bieten. In viele Fällen ist eine automatische Übertragung nicht möglich, sie müssen stattdessen manuell umziehen und sich selbst mit externen Bedingungen und Protokollen wie dem dem File Tranfer Protocol (FTP), dem administrativen Zugang über die Secure Shell (SSH) sowie Nameservern (DNS) beschäftigen.

Es ist durchaus möglich, innerhalb kurzer Zeit und ohne eine für Besucher bemerkbare Auszeit (Downtime) auf einen neuen Server rein manuell umziehen zu können. Allerdings erfordert dies eine entsprechende Planung und einen gewissen zeitlichen Aufwand, falls keine entsprechenden Vorkenntnisse existieren. Wichtig ist es in erster Linie, zunächst einmal eine entsprechende Testumgebung zum Beispiel in einem vServer zu schaffen.
 

Produktive und experimentelle Umgebung bei einem Serverumzug

Bei einem Serverumzug von WordPress - unabhängig davon, ob es sich um eine Wechsel zwischen unterschiedlichen Webhostern, von einem vServer zu einem Root Server oder umgekehrt handelt - ist es wichtig, zunächst einmal die Funktion in der neuen Umgebung zu überprüfen. In einem optimalen Fall erfolgt dies bereist auf dem späteren produktiven System - also auf dem Server, auf dem die Webseite nach dem Anbieterwechsel einmal gehostet werden soll- auf diese Weise können Inkompatibilitäten zwischen dem Betriebssystem, dem Webserver oder einem Plugin sowie bei der übrigen Umgebung frühzeitig erkannt und beseitigt werden. Probleme bei einem Anbieterwechsel verursachen insbesondere folgende Situationen:

  • Unterschiedliche Betriebssysteme wie ein Serverumzug von Microsoft Windows zu Linux
  • Wechsel des Webservers etwa von Apache 2 zu NGINX
  • Starke Abweichungen der verwendeten Versionen bei Software wie PHP, MySQL oder MariaDB
  • Verwendung und individuelle Konfiguration bei einem Plugin für den Webserver
  • Änderung von lokalen Passwörtern z. B. für den Zugriff auf die Datenbank
  • Konfigurationen mit individuellen IP-Adressen statt einer Domain

Solche und ähnliche Schwierigkeiten lassen sich im Voraus nur schwer ausschließen, ohne das gesamte System und seine Konfiguration im Details zu kennen. So kann zum Beispiel ein einzelnes Plugin statt einer Domain eine IP-Adresse als Referenz in seiner Variable speichern, ohne bei der Installation auf diesen Umstand einen Hinweis auf dieses Verhalten zu geben. Nachträglich Probleme lassen sich deshalb ausschließlich durch einen Testlauf in einer anderen Umgebung vermeiden.

Umzug erfolgt durch Umstellung der Nameserver

Bei einem Serverumzug handelt es sich zunächst lediglich um die Übertragung der Daten von der ursprünglichen Instanz auf den neuen Webspace. Dieser ist anschließend jedoch ausschließlich für den Administrator erreichbar - sämtliche externen Anfragen an die verwendete Domain leiten die DNS nach wie vor an den alten Server weiter. Die angefertigte Kopie lässt sich hingegen über die IP-Adresse eines Servers oder bei einer lokalen Testversion über localhost oder 127.0.0.1 aufrufen. Im Internet übernehmen die DNS hingegen die Vermittlung zwischen einer Anfrage und der Kommunikation mit einem Client - sie teilen bei jedem Aufruf dem entsprechenden Computer die individuelle IP- oder Internetadresse bei einem Besuch mit und wandeln deren Text in einen einzigartigen Code um.

Jede Anfrage an eine beliebige Domain im Internet erfolgt zunächst über die DNS, die diese in eine eindeutige und unverwechselbare IPv4 oder IPv6 Adresse für den verantwortlichen Server auflösen. Das bedeutet, dass ein Serverumzug oder ein Anbieterwechsel erst zu dem Zeitpunkt vollzogen ist, an dem die übergeordneten Nameserver auf die neue Instanz verweisen. Daraus ergibt sich jedoch ein Problem - unabhängig davon, ob Adressen manuell umziehen oder für die Übertragung der Daten Hilfsprogramme Administration Tools wie zum Beispiel Plesk, DirectAdmin (DA) oder Webmin eingesetzt werden.

Übertragung der Datenbank in Echtzeit ist nur extern möglich

WordPress speichert neue Inhalte inklusive Beiträgen oder auch einer Registrierung neuer Nutzer oder eine Änderung des Passworts in einer zentralen Datenbank. Bei einem Anbieterwechsel stellt die Auflösung des Namens allerdings auf den neuen Webhoster, vServer oder Root Server entsprechend um, ohne dabei Änderungen in der Datenbank zu überprüfen oder zu beachten. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, in einer kurzen und kritischen Phase von etwa 60 Minuten entsprechende Funktionen zu deaktivieren und für diese Zeit die Webseite entweder offline zu nehmen oder bereits vorher einen externen Server für Datenbanken einzurichten. Da es sich um zwei vollständig getrennte Systeme handelt, gehen sonst unvermeidlich sämtliche Informationen zwischen dem Anfertigen und dem Einspielen des letzten Backups unwiderruflich verloren.

WordPress automatisch oder manuell umziehen

Durch ein Plugin bei dem Webhoster oder dem CMS bietet sich oft auch die Möglichkeit, dass WordPress nicht manuell umziehen muss, sondern dieser Prozess vollständig automatisiert abläuft. So komfortabel diese Option klingt, so viele Risiken beinhaltet sie auch. Bei einem derartigen Vorgehen findet keine ausreichende Überprüfung beider Umgebungen auf eine Kompatibilität zwischen ihnen statt. Selbst wenn es sich um verschiedene Webserver wie NGINX und Apache 2 oder Betriebssysteme wie Linux und Microsoft Windows handelt, beschränken sich diese Routinen fast immer auf eine Übertragung der Daten. Eine Analyse der Umgebung findet selten statt, was die anschließende Fehlersuche zusätzlich erschwert.

Fazit: Serverumzug und Anbieterwechsel mit WordPress

Sowohl der Serverumzug wie der Anbieterwechsel mit WordPress ist kein Kunststück und ohne Fachkenntnisse in der IT-Branche möglich, muss aber entsprechend geplant und vorbereitet werden. Manuell umziehen stellt kein Problem dar - müssen aber Ausfallzeiten um jeden Preis vermieden werden, stellt sich die Situation anspruchsvoller dar. In diesem Fall sind tiefgreifende Kenntnisse oder eine professionelle Beratung unverzichtbar, um den Serverumzug schnell und ohne Downtime zu bewältigen. Passended WordPress Webhosting finden Sie direkt in unserem WordPress Vergleich.

Foto: Stocksnap pixabay.com