Was ist Webspace? Wir erklären den Unterschied

Autor:   |  21.09.2018


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Der Name Webspace stammt bereits aus den Anfangstagen des Internets und bezeichnet einen Speicherplatz für Daten, die auf einem Server liegen und über das Internet permanent für den Inhaber erreichbar ist. Dabei besteht ein wesentlicher Unterschied zwischen einem Webspace im Vergleich zu einem vollständigen Webhosting. Bei ersterem speichert der Nutzer unterschiedliche Daten und kann diese über mehrere, vorgegebene Methoden abrufen. Dem Besitzer ist es erlaubt, sie parallel durch mehrere Endgeräte zu lesen, zu verändern und zu löschen. Dabei ist es jedoch nicht relevant, um welche Arten von Daten es sich handelt, da sie in der Regel nicht direkt in einem Browser dargestellt werden.

Gibt es unterschiedliche Arten von Webspace?

Allgemein schließt die Definition von Webspace lediglich einen über das Netzwerk angeschlossenen Speicherplatz ein. Sie trifft keine exakte Aussage über den Zweck oder über die Art des Zugriffs - im Gegensatz zu dem Webhosting. Aus diesem Grund werden bei einem Webspace verschiedene Arten und Sonderformen unterschieden, die sich ihren charakteristischen Merkmalen in Gruppen einteilen lassen:

  • Dateiserver: Ein "klassischer" Dateiserver ist ein eigenständiger Computer, der ausschließlich als Netzwerklaufwerk für bestimmte Daten genutzt wird. Der Zugriff erfolgt über Protokolle wie Samba, NFS oder FTP und benötigt meistens ein entsprechendes Programm - zum Beispiel einen Dateimanager oder einen FTP Client.
  • One-Click Hoster: Die meisten One-Click Hoster (OCH) sind für den leichten Datenaustausch zwischen mehreren Personen ausgelegt. Dateien können auf einem Webspace abgelegt und bequem über einen automatisch generierten Link heruntergeladen werden. Die meisten OCH drosseln bei ihren Besuchern die Geschwindigkeit der Übertragung, sofern diese keinen kostenpflichtigen "Premium" Account verwenden.
  • Plattformen für (Software-)Entwicklung: Dieser Webspace dient als Speicherplatz für Quellcode und besitzt eine Software für die Versionskontrolle, beispielsweise Git oder SVN. Über einen solchen Webspace können zahlreiche Entwickler parallel an einem Projekt arbeiten und ihre Änderungen untereinander austauschen.
  • Cloud Dienste: Es existiert keine allgemein verbindliche Definition für einen "Cloud" Webspace. In der Regel unterscheidet er sich von anderen Varianten dadurch, dass mehrere Zugriffsmöglichkeiten wie Samba, ein Webinterface und FTP parallel angeboten werden. Kommerzielle Cloud Hoster verwenden zudem keine einzelnen Server, sondern schließen zahlreiche Computer zu einem verteilten System - der Cloud - zusammen.
  • Integrierter Speicher: Ein kostenloser Webspace, der von vielen Unternehmen wie Herstellern von Smartphones und Tablets, von Software-Herstellern oder Internet-Konzernen exklusiv für ihre Kunden angeboten wird. Er dient meist als Back-up für persönliche Daten wie Fotos, Videos, Kontakten oder Applikationen und deren Konfiguration und ist fest in das Betriebssystem oder ein Programm integriert.

In vielen Fällen ist der Übergang von einer Variante zur anderen fließend oder mehr als eine Definition trifft auf einen Webspace zu. Ein Beispiel dazu sind Angebote wie die von Google oder Microsoft, die sich vielseitig nutzen lassen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Webspace und einem Webhosting?

Bei einem Webhosting handelt es sich stets um einen "erweiterten" Webspace für das Anbieten von Webseiten. Es beinhaltet einen begrenzten Speicherplatz und schließt mindestens einen Webserver ein, der diesen nutzt. In der Regel umfasst ein Webhosting zusätzliche Dienste wie PHP und den Zugriff auf mindestens eine Datenbank über einen MySQL oder MariaDB Server. Mithilfe dieser Kombination können Internetseiten publiziert und von einem Browser aufgerufen werden.

Das Webhosting kann seinerseits externe Quellen nutzen, indem etwa große Dateien auf einem externen Webspace lagern. Dies reduziert den benötigten Speicherplatz und die Bandbreite des Webhosting auf ein Minimum. Beides ist bei einem Webspace im Vergleich zu einem Webhosting in der Regel deutlich günstiger, so dass die Verteilung hervorragend für die Kostenoptimierung genutzt werden kann. Ein übliches Szenario ist ein kostenloser Webspace für Downloads, während die Webseite auf einem Webhosting lagert.

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Welche Eigenschaften sollte ein Webspace Vergleich berücksichtigen?

Im Endeffekt verursacht jeder Speicherplatz dem Hosting Provider reelle Kosten. Wenig genutzte und selten von anderen Besuchern aufgerufene Dateien erhöhen die Ausgaben, ohne einen finanziellen Nutzen zu erbringen. Ein kostenloser Webspace beinhaltet deshalb bei einigen Hostern eine gewisse Speicherfrist, nach der die Daten ohne Möglichkeit zu einer Wiederherstellung gelöscht werden. Im Vergleich dazu werden bei einem kostenpflichtigen Webspace alle Informationen für den vertraglich vereinbarten Zeitraum vorgehalten, ohne dass ein Zugriff darauf erforderlich wäre.

Wichtiges Kriterium bei einem Webspace Vergleich ist neben der Dauer der Aufbewahrungsfrist, wie viel Speicherplatz ein Anbieter seinen Kunden zur Verfügung stellt. Die Menge an Daten steigt in vielen Fällen permanent an - etwa durch die immer höhere Auflösung von Videos und Fotos. Dies gilt insbesondere, falls der Webspace als sicheres Back-up für persönliche Daten dienen soll. In diesem Fall werden Dateien nicht aktualisiert, sondern stetig erweitert.

Es ist in vielen Fällen nur schwer einzuschätzen, wie viel Webspace über einen längeren Zeitraum benötigt wird. Zu beachten sind deshalb ebenfalls die Preisgestaltung und die Möglichkeit, einfach und ohne spezielle Fristen zwischen unterschiedlichen Angeboten wechseln zu können. Bei einigen Providern steigen die Kosten ab einer gewissen Speichermenge überproportional an, weil größere Dateien auch einen gesteigerten Datenverkehr und eine erhöhte Systemauslastung bedeuten. Es kann in diesen Fällen durchaus sinnvoll sein, die Daten nach einer eigenen Ordnung wie dem Typ auf über kleineren Webspace bei verschiedenen Anbietern zu streuen.

Foto: Bru-nO pixabay.com