Besucher auf der eigenen Webseite analysieren

Autor:   |  21.11.2017


webanalyse.jpgDie wichtigsten Daten für Webseitenbetreiber sind Informationen über die Besucher des eigenen Webauftritts. Nur wenn man weiß, wie viele Nutzer die eigene Webseite hat und wie diese sich verhalten, lässt sich die eigene Webpräsenz auch tatsächlich weiter optimieren. Welche Möglichkeiten gibt es, um mehr Informationen über Besucher der eigenen Webseite herauszufinden und was gilt es dabei zu beachten?

Viele Webseitenbetreiber schenken dem Thema Tracking und Webanalyse viel zu wenig Aufmerksamkeit. Das ist aber ein Fehler! Denn wenn man nicht nachvollziehen kann, von wie vielen Besuchern oder welcher Art von Besuchern die eigene Webseite besucht wird, dann können auch keinerlei erfolgreiche Optimierungsarbeiten am Webauftritt vorgenommen werden. Man tappt sozusagen um Dunklen und Arbeiten am Webauftritt werden zum Glücksspiel.

Gerade wer eine Webseite im gewerblichen Bereich betreibt, sei es der Webauftritt eines selbstständigen Freelancers, eine Unternehmenswebseite, ein Onlinemagazin oder ein Onlineshop, der ist aber auf umfangreiche Daten über die Besucher der eigenen Webseite angewiesen. Schließlich möchte man ja wissen, welche Inhalte am besten ankommen und wer als potenzieller Kunde der eigenen Dienstleistungen oder Produkte gewonnen werden kann. Oder ein Blogger, der regelmäßig neue Beiträge veröffentlicht, möchte doch wissen, welche Themen das Publikum am meisten interessieren. Nur auf diese Weise lässt sich herausfinden, wo es sich wirklich lohnt, Arbeit zu investieren.

Webanalyse Tools nutzen, um Daten zu erheben

Mithilfe moderner Webanalyse Tools lässt sich eine Vielzahl interessanter Daten zu den Nutzern auf der eigenen Webseite zusammentragen. Lange vorbei sind die Zeiten, in denen man mit einem einfachen Besucherzähler die Nutzer auf der eigenen Webseite gezählt hat. In der heutigen Zeit zählt Webanalyse Software nicht nur einfach die Anzahl der Besucher, sondern liefert gleich zahlreiche tiefer gehende Informationen mit: Aus welchen Quellen stammen die Besucher der eigenen Webseite und wie verhalten sie ich auf der eigenen Webpräsenz?

Traffic Quellen der eigenen Webseite

Informationen zu den Traffic Quellen der eigenen Webseite geben Auskunft darüber, von wo der Besucher auf die eigene Webseite gekommen ist. Dies ist vor allem bei gewerblichen Webseiten eine wichtige Information, da hier oftmals bezahlte Besucher eingekauft werden und sich diese Investitionen schließlich lohnen sollen.
  • Organischer Traffic
Besucher, die in Suchmaschinen wie Google auf den eigenen Webauftritt aufmerksam werden und durch einen Klick in den Suchergebnissen auf die eigene Webseite kommen, werden als organischer Traffic bezeichnet. Für diese Besucher muss nicht direkt bezahlt werden, denn allein durch eine Platzierung der eigenen Webseite auf den vorderen Plätzen in den Suchergebnissen können Nutzer auf die eigene Webseite verwiesen werden. Bei vielen Webseiten macht diese Quelle den meisten Traffic aus.
  • Refferal Traffic
Besucher, die über Links von anderen Webseiten auf die eigene Webseite kommen, werden als Refferal Traffic bezeichnet. Verlinkt ein befreundeter Webmaster einer anderen Webseite auf die eigne Webpräsenz, wirkt dies wie eine Empfehlung. Besucher folgen der Empfehlung und gelangen somit auf die eigene Webseite.
  • Direct Traffic
Besucher, die durch direkte Eingabe des Webseitennamens (URL) im Browser auf die eigene Webseite kommen, werden als Direct Traffic bezeichnet. Hierbei handelt es sich meist um treue Fans, die den eigenen Webauftritt bereits kennen und gezielt besuchen möchten.
  • Social Traffic
Besucher, die über Links in sozialen Netzwerken auf die eigene Webseite kommen, werden als Social Traffic bezeichnet. Täglich werden unzählige Webseiten in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Pinterest verlinkt. Ähnlich wie beim Refferal Traffic folgen Interessenten den Empfehlungen und gelangen somit auf die eigene Webpräsenz.
  • E-Mail Traffic
Besucher, die über Links in E-Mails auf die eigene Webseite kommen, werden als E-Mail Traffic bezeichnet. Gerade große Unternehmen, Onlineshops oder Magazine bieten Interessenten in der Regel einen E-Mail Newsletter an. Dieser gelangt direkt ins private Postfach der potenziellen Besucher und animiert diese, die eigene Webseite zu besuchen. Vorteile des E-Mail Traffics sind das bereits aufgebaute Vertrauen und die Unabhängigkeit von fremden Plattformen wie Suchmaschinen oder sozialen Netzwerken.
  • Ad Traffic
Besucher, die über Werbeanzeigen im Internet auf die eigene Webseite kommen, werden als Ad Traffic (Advertising Traffic) bezeichnet. Für diese Besucher fallen entsprechend Werbekosten an. Werbeanzeigen können in Suchmaschinen, sozialen Netzwerken oder auf anderen Webseiten geschaltet werden.

Kennzahlen zum Benutzerverhalten

Die Kennzahlen zum Benutzerverhalten geben Auskunft darüber, wie sich Nutzer auf der eigenen Webseite verhalten. Anhand dieser Daten kann man nachvollziehen, welche Inhalte am besten funktionieren und ob sich Besucher in Kunden verwandeln lassen.
  • Besucheranzahl
Die Besucheranzahl gibt einen allgemeinen Überblick zu den Nutzern der Webseite. Hier lässt sich erkennen, wie viele Benutzer die eigene Webpräsenz an welchem Datum besucht haben und welche Unterseiten konkret aufgerufen wurden. Wichtig ist es dabei auf den Unterschied zwischen Sitzungen (Visits) und Seitenaufrufen (Pageviews) zu achten. Als Sitzung zählt der Besuch eines einzelnen Nutzers, der auch mehrere Seiten aufrufen kann. Als Seitenaufruf zählt der Ladevorgang jeder einzelnen Seite, der auch vom selben Benutzer verursacht werden kann.
  • Verweildauer
Die Verweildauer gibt Auskunft darüber, wie lange sich ein Besucher auf einer bestimmten Unterseite der Webpräsenz aufhält. Eine hohe Verweildauer lässt darauf schließen, dass der Besucher die zur Verfügung gestellten Inhalte interessant findet und sich eingängig mit diesen beschäftigt. Eine hohe Verweildauer ist daher auch ein wichtiger Faktor für ein gutes Ranking in den Suchmaschinen.
  • Absprungrate
Die Absprungrate gibt Auskunft darüber, wie viele Besucher die Webpräsenz wieder verlassen, nachdem sie eine einzelne Unterseite aufgerufen haben. Hier wird ein niedriger Wert angestrebt, da man den Besucher natürlich so lange wie möglich auf der eigenen Webseite halten möchte. Eine hohe Absprungrate kann daher auf Verbesserungspotenzial der Inhalte hinweisen.

Welche Webanalyse Tools gibt es?

Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl von Webanalyse Tools. Neben kostenpflichtigen Profilösungen für große Unternehmen steht Webseitenbetreibern auch kostenlose Software zu Verfügung. Die bekanntesten zwei Anwendungen sind Google Analytics und Piwik, die wir Ihnen hier noch einmal genauer vorstellen möchten.

Google Analytics

Die Standardanwendung im Bereich Webanalyse ist Google Analytics. Dabei handelt es sich um eine proprietäre Software aus dem Hause Google, die einen extrem hohen Funktionsumfang bietet und dem Benutzer zahlreiche Möglichkeiten bei der Erfassung von Benutzerdaten bietet. Einsteiger sind hierbei allerdings schnell überfordert. Zudem steht die Analysesoftware oftmals wegen datenschutzrechtlicher Bedenken in der Kritik. Schließlich werden die aufgezeichneten Daten direkt an Google übermittelt und auf deren Servern ausgewertet. Trotz alledem wird Google Analytics von den meisten Webseitenbetreibern eingesetzt.

Piwik

Eine beliebte Alternative zu Google Analytics ist Piwik. Die Open Source Software ist besonders transparent und ermöglicht es, sämtliche zu den Besuchern erhobenen Daten direkt auf dem eigenen Server zu speichern und zu verarbeiten. Auf diese Weise lassen sich vor allem datenschutzrechtliche Bedenken deutlich reduzieren. Obwohl der Funktionsumfang von Piwik geringer ausfällt als bei Google Analytics, lassen sich trotzdem die wichtigsten Daten ermitteln und Einsteiger werden weniger von der Komplexität des Programms erschlagen. Zahlreiche Funktionen können zudem per Plugin bei Bedarf nachgerüstet werden.

Mit der Erhebung von Daten zu den Besuchern auf der eigenen Webseite mittels Webanalyse Tools sollte sich jeder Webmaster beschäftigen. Egal ob man seinen Webauftritt auf einem Webspace Paket oder auf einem eigenen Server betreibt, moderne Webanalyse Tools lassen sich überall einfach in die eigene Webseite einbinden. Bei der Nutzung der Software sollte allerdings unbedingt auch auf die datenschutzrechtlichen Bestimmungen geachtet werden.

 

Tags: Artikel, Analytics
Weitere empfohlene Artikel

Root Server mit Standort Asien im Vergleich
Ein entsprechender Server ist immer ein dedizierter Server in Asien, der in einem Rechen- oder Datenzentrum ...

Webhoster des Jahres 2017 stehen fest
Wir dürfen präsentieren: Die diesjährigen Webhoster des Jahres 2017. Dieses Jahr gaben knapp Achttausend ...

.bayern Domain für den Freistaat und bayerische Kommunen
Die .bayern Domain war nach .berlin und .hamburg die dritte Top-Level-Domain in Deutschland mit regionalem B ...

.me - montenegrinische Domain-Hack TLD und englische Wortspielereien
Am 17. Juli 2008 um 17:00 Uhr besiegelte der kleine Balkanstaat Montenegro mit der offiziellen Freigabe der ...

Media-net-Point | Erfahrungen & Test 2018
Wir sind ein junges Team, das sich zur Aufgabe gemacht hat, maßgeschneiderte Webseiten und Shoplösungen ...

UltraVPS.eu | Erfahrungen & Test 2018
Bei UltraVPS.eu erhalten Sie leistungsstarke, zuverlässige virtuelle Server zum kleinen Preis. Dank ...