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Was ist und macht die EURid?

Autor: HOSTTEST-Redaktion   |24.08.2022

was ist und macht die euridWenn es um die Registrierung einer Domain geht, stößt man gelegentlich einmal auf EURid als Organisation - und kann damit häufig nichts anfangen. Wer die EURid ist, was ihre Aufgabe ist und warum sie eine wichtige Bedeutung für die europäische Einheit hat, erklären wir im nachfolgenden Beitrag.

Die EURid als Organisation

"EURid" ist eine Abkürzung für "European Registry of Internet Domain Names". Damit könnte man meinen, die EURid wäre ein europaweit tätiger Registrar von beliebigen Domainendungen. Tatsächlich verwaltet die EURid aber ausschließlich die Domainendung .eu (und die alternativen Versionen der Domainendung in kyrillischen und griechischen Schriftzeichen.

Non-Profit-Organisation in Brüssel

Die EURid ist eine Non-Profit-Organisation mit Hauptsitz in unmittelbarer Nähe von Brüssel (Diegem). Ihre alleinige Aufgabe ist die Verwaltung und der technische Betrieb der "europäischen" Domainendung ".eu". Dafür sind rund 60 Beschäftigte zuständig. Neben der Zentrale in Brüssel gibt es noch eine Außenstelle in Stockholm, eine in Pisa und eine in Paris. Somit ist die EURid sozusagen das europäische Pendant zur DENIC, die für den technischen Betrieb der .de Domain verantwortlich ist.

Gegründet wurde die Institution im Jahr 2003 auf Basis einer EUR-Verordnung, nachdem die EU im Jahr 2002 beschlossen hatte, eine europäische Top-Level-Domain einzuführen. Die EU-Kommission entschied sich daraufhin in einem Auswahlverfahren zwischen mehreren Bewerbern für die EURid als vollumfänglich zuständigen Registrar.

Die EURid ist zwar eine nach belgischem Recht gegründete VoG (Vereinigung ohne Gewinnerzielungsabsicht), macht aber dennoch einen für den Geschäftszweck relativ hohen Umsatz von rund 12 Millionen EUR jährlich.

 

Registrare

Insgesamt arbeitet die EURid mit über 700 zugelassenen Domain Registraren weltweit zusammen. Zusätzlich wird vonseiten der Registrare ein Beirat aus Vertretern von neun zugelassenen Registraren gestellt (Registrar Advisory Board), der sich zweimal jährlich mit der EURid zu Fragen der Registrierung berät.

 

Die Domainendung .eu

Zwar hatte sich die EU-Kommission schon 2003 auf einen künftigen Registrar festgelegt, einige Startschwierigkeiten und insbesondere die erst sehr späte Zustimmung der ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) sorgten dafür, dass die Domainendung .eu erst ab Dezember 2005 tatsächlich vergeben wurde, zunächst allerdings nur für eingetragene Marken und öffentliche Einrichtungen. Wer schon 2002 eine .eu Wunsch-Domain für seine Webseite haben wollte, musste also relativ lange warten, bis er tatsächlich eine funktionierende .eu-Domain hatte.

Die kyrillische Variante kam 2016 hinzu, die griechische Variante der Domainendung steht erst seit 2019 für eine Registrierung zur Verfügung.

Aktuelle Zahl von .eu-Domains

Weitaus die meisten kommerziellen Webseiten setzen auf ihre jeweilige Länder-Domain (auch ccTLDs, z. B. .de, .it, .at) - das gilt auch aus SEO-Sicht (Suchmaschinenoptimierung) als empfehlenswert. Eine Domainendung, die nicht der eigenen Länderkennung oder .com entspricht, gilt in weiten Kreisen immer noch als "exotisch", ähnlich wie ".biz" oder ".tv".

Nichtsdestotrotz sind aktuell über 3,7 Millionen .eu Domains registriert, pro Tag kommen teilweise über 2.500 Registrierungen hinzu. Ausgerechnet in Deutschland, wo besonders häufig von der "exotischen" .eu-Domain zugunsten einer .de-Domain oder .com-Domain abgeraten wird, sind dabei die meisten .eu-Domains registriert - mit rund 1 Million Registrierungen mehr als doppelt so viele wie in den auf Platz 2 liegenden Niederlanden (rund 460.000). Mit rund jeweils zwischen 200.000 und 300.000 .eu Domains gehören Frankreich, Italien und Polen zu den Ländern mit einer sehr hohen Zahl an .eu-Domains, beim Rest der EU-Mitgliedsländer sind es zumeist deutlich unter 100.000 Registrierungen.

Auch die kyrillische und die griechische Variante werden vergleichsweise sehr selten verwendet, aktuell gibt es nur rund 2.700 registriere griechische Domains, bei der kyrillsichen Variante sind es gar nur rund 1.300 registrierte Domains.

 

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Registrierungsvoraussetzungen

Um überhaupt eine .eu-Domain registrieren zu können, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Unternehmen und Organisationen müssen eine Niederlassung in einem EU-Mitgliedstaat oder in Island, Liechtenstein oder Norwegen haben
  • Privatpersonen müssen einen Wohnsitz in einem der vorgenannten Staaten haben
  • alternativ ist die Registrierung auch erlaubt, wenn man als Privatperson die Staatsbürgerschaft eines EU-Staates, Islands, Liechtensteins oder Norwegens besitzt - der eigentliche Wohnsitz ist dann unerheblich

Eine interessante Frage ist dabei, welche Auswirkungen der Brexit auf die Neu-Registrierung oder auch auf bestehende .eu-Domains hat. Eine Neuregistrierung ist grundsätzlich schon seit dem 1. 1. 2021 nicht mehr möglich - für Website-Besitzer in Großbritannien mit einer .eu-Domain bedeutete der Brexit ebenfalls schlechte Nachrichten: konnten sie keine Erfüllung der Registrierungsvoraussetzungen nachweisen (Unternehmensstandort, bei Privatpersonen EU-Wohnsitz oder EU-Staatsbürgerschaft), wurde die Domain nach Januar 2021 in den "Suspended"-Status verschoben und hörte auf zu funktionieren. Bis Ende März 2021 konnte eine solche Domain durch Änderung der Daten noch reaktiviert werden, danach war sie endgültig verloren. Die ehemaligen Domainnamen stehen nun seit 1. Januar 2022 wieder für Neuregistrierungen zur Verfügung.

Klares Bekenntnis zur EU

Abgesehen von den Warnungen vieler SEO-Experten gibt es bei .eu-Domains noch eine weitere, politische Dimension, die man bei der Entscheidung für eine Domainendung für die eigene Webseite berücksichtigen sollte: Wer sich für .eu als Domainendung entscheidet, macht damit klar, dass er das eigene Unternehmen vor allem als europäisches Unternehmen sieht - und stellt sich damit klar hinter die europäische Idee und die Einigkeit der EU. Auch Privatpersonen können durch die Wahl einer .eu-Domain deutlich machen, dass sie sich vor allem als Europäer sehen. Das wird zwar nicht von jedem Nutzer automatisch so wahrgenommen, man kann das als Website-Besitzer aber deutlich klarstellen.

Nicht zuletzt bestand einer der Gründe für die Schaffung einer EU-Domain auch darin, ein solches Bekenntnis zur europäischen Idee, zur EU und den europäischen Werten im Internet über die EURid überhaupt erst möglich zu machen - und in den letzten Jahren der zunehmenden Außenkonflikte, der zunehmend nationalistischen Orientierung in einzelnen EU-Mitgliedsstaaten und den endlosen Auseinandersetzungen innerhalb der EU mag ein solches Bekenntnis zu Europa vielleicht im einen oder anderen Fall gar nicht so verkehrt sein.

 

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Unser Artikel stützt sich auf eigene Erfahrungen und Recherche sowie Informationen aus externen Quellen.

Quellenangaben & weiterführende Links zum Thema:
https://eurid.eu/ (offizielle Webseite der EURid)
https://www.eco.de/mitglieder/eurid-vzw/ (EURid beim eco – Verband der Internetwirtschaft e.V.)
https://www.press1.de/ibot/db/press1.Leonce_1411385601.html (Pressemeldung zur Einführung der Domainendung in kyrillischen und griechischen Schriftzeichen)

Bildnachweis:
EstudioWebDoce auf Pixabay



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