IMAP vs. POP3 Mailbox - Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Vorteile beider Standards

Autor:   |  25.11.2019


IMAP vs. POP3Eine effiziente Verwaltung der Mailadresse ist in der modernen Welt unverzichtbar und bedeutet angesichts der Vielzahl an Kontakten oft eine stetig wachsende Herausforderung. Die gezielte Auswahl eines geeigneten Protokolls hilft Nutzern dabei, das Management zu optimieren und eine perfekte Abstimmung auf ihre Bedürfnisse zu erreichen. Ein fundamentaler Unterschied besteht in diesem Zusammenhang zwischen unterschiedlichen Konzepten wie zum Beispiel der Struktur des Internet Access Message Protokolls (IMAP), des Post Office Protokolls (POP3) oder darauf aufbauenden Erweiterungen wie Exchange Hosting, das exklusiv von Microsoft zur Verfügung gestellt wird. Für die optimale Wahl zwischen IMAP vs. POP3 vs. Hosted Exchange für eine Mailbox geben deren spezifische Vorteile und Nachteile den Ausschlag.

IMAP und POP3 - Zwei Standards für den Abruf von E-Mails

Sowohl bei IMAP wie bei POP3 handelt es sich um ein in den 80er Jahren entwickeltes Format, das speziell auf das Management von E-Mails zugeschnitten ist. Beide sind vollständig unabhängig voneinander und unterscheiden sich sowohl in ihrem technischen Verfahren wie in ihrer Funktionalität deutlich. Gemeinsam ist ihnen allerdings, dass es sich lediglich um Methoden für das Abrufen, Lesen und Löschen - sowie im Falle von IMAP dem Archivieren - von Nachrichten handelt. Dieses erfolgt bei beiden ausschließlich in der Form von Texten, die durch den internationalen ASCII Code chiffriert werden. Das Senden erfolgt über einen Mailserver und dem für die Übermittlung zuständigen SMTP Protokoll, das einen sicheren Transport von dem Startpunkt zum Empfänger übernimmt.

POP3: Ein Protokoll für die effiziente Übertragung

Bei POP3 handelt es sich um einen sehr alten Standard, über den sich ein E-Mail-Programm (Client) mit dem Mailserver verbindet, diesen nach neuen Nachrichten abfragt und sie - wenn vorhanden - anschließend herunterlädt. Es besitzt eine einfache, aber effiziente Syntax und erlaubt es, auch bei geringer Bandbreite E-Mails zuverlässig zu verwalten. Besondere Merkmale sind unter anderem:

  • Einwahl über eine Kombination aus Nutzernamen und Passwort
  • Abfrage von Status einer Mailbox auf Zahl und Größe der gespeicherten Nachrichten
  • Abruf aller oder einzelner E-Mails für die lokale Speicherung
  • Markieren von abgerufenen Nachrichten für ein Löschen nach Ende der Sitzung
  • Beenden einer Verbindung mit anschließendem Löschen

Wegen zahlreicher Vorteile bevorzugen viele Internet Service Provider (ISP) POP3 für eine kostenfreie Mailbox, da sie bei diesem keine Daten dauerhaft auf dem Server speichern müssen. Der Aufwand ist dadurch sehr gering und es müssen nur wenige Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Für den Nutzer ergeben sich dadurch allerdings konkrete Nachteile, die sie häufig lediglich beseitigen können, indem sie auf ein bezahltes Modell umstellen.

IMAP: Ein eigenes Dateisystem für die Mailbox

Der wesentliche Unterschied von IMAP zu POP3 besteht darin, dass IMAP in erster Linie nicht allein für das Übertragen von Nachrichten ausgelegt ist. Es handelt sich stattdessen um ein eigenes Dateisystem, das den Zugriff über das Netzwerk ermöglicht und den Inhalt einer Mailbox in einem Client spiegelt. Die E-Mails und eventuelle Anhänge werden weiterhin auf dem Mailserver gelagert, woraus sich im Vergleich zu POP3 zahlreiche zusätzliche Funktionen und Möglichkeiten ergeben:

  • Anlegen von Ordnern und hierarchischen Strukturen
  • Zugriff von mehreren unterschiedlichen Clients möglich
  • Synchronisierung von Nachrichten und Zuständen auf unterschiedlichen Endgeräten
  • Verwendung von mehreren Nutzern mit unterschiedlichen Rechten
  • Mehrzahl der Clients speichern lokale Kopien von Nachrichten
  • Öffnen von ungelesenen Nachrichten nur bei Verbindung zum Server möglich

In den meisten Fällen bietet ein ISP neben POP3 ebenfalls IMAP für seine Kunden an. Bei einer bezahlten Mailbox gehört es zu dem festen Basisangebot, aber auch die kostenfreien Alternativen ermöglichen mittlerweile, dessen Vorteile zu nutzen.

Exchange Hosting: Eine kommerzielle Lösung von Microsoft

Bei dem Hosted Exchange handelt es sich um eine kommerzielle Software, durch die Microsoft eine Kombination der klassischen E-Mail und weiteren Services wie dem Kalender oder dem Adressbuch erlaubt. Konkrete Nachteile entstehen allerdings dadurch, dass nicht alle Clients mit dem Format kompatibel sind und die Verwendung einen Exhange Hosting Server erfordert. Aus diesem Grund bieten ISP ein Hosted Exchange fast ausschließlich bei kostenpflichtigen Angeboten an.

POP3 vs. IMAP - Welcher Standard ist empfehlenswert?

Besteht die Möglichkeit zu einer Wahl zwischen POP3 und IMAP, ist es in der Regel ratsam, das zweite Protokoll zu bevorzugen, da es zahlreiche Vorteile besitzt. Wichtig sind unter anderem die Möglichkeit zur Synchronisierung auf mehreren Endgeräten, die Einrichtung von Ordnern und Unterordnern sowie die erweiterte Verteilung von Rechten auf mehrere Nutzer. POP3 ist lediglich unter bestimmten Voraussetzungen eine sinnvolle Alternative: Der Zugriff sollte nur von einem Gerät und durch einen Nutzer erfolgen und die Zahl der Nachrichten so gering sein, dass keine Einteilung in verschiedene Ordner auf dem Mailserver erforderlich ist. Praktische Vorteile zeigen sich in erster Linie bei einer instabilen oder langsamen Internetanbindung.

Foto: Bild von Henryk Niestrój auf Pixabay