WordPress vs. Wix - Das Duell

Autor:   |  02.05.2019


Wordpress vs. WixWordPress ist das mit Abstand populärste Content Management System (CMS) für die Erstellung von Webseiten und hat seine Einschränkungen - etwa die ursprüngliche Konzentration auf den Blog - längst abgestreift. Gemessen an dieser Verbreitung stellt Wix mit einem einstelligen Marktanteil eine unbedeutende Konkurrenz dar, die jedoch rasch wächst. Besonders das junge Start-up, der kleine bis mittlere Online Shop, die erfolgreiche Band und der Solo-Künstler ziehen den vermeintlichen Zwerg immer häufiger dem Marktführer vor. Grund genug, die Marktführer für Baukasten-Systeme und CMS wie in unserem Wix vs. Jimdo Test einmal vergleichend unter die Lupe zu nehmen.

Wix und WordPress - zwei Ansätze für eine perfekte Homepage

Bei WordPress handelt es sich um ein klassisches CMS: Es besteht aus einer Sammlung von Skripten, die in Verbindung mit externen Dateien etwa für Bilder und einer Datenbank eine Webseite in Echtzeit erstellt. WordPress benötigt für seine Funktion unabhängig von der Aufgabe - ob Blog, Online Shop oder Internetpräsenz - eine geeignete Umgebung. Sie schließt mehrere zusätzliche und teilweise kostenpflichtige Dienstleistungen wie Webhosting ein. Zusätzliche Ausgaben entstehen durch kommerzielle Erweiterungen wie Plugins und Apps zum Beispiel für die Suchmaschinenoptimierung (SEO) oder Templates.

Im Unterschied dazu ist Wix ein Baukastensystem, das das israelische Unternehmen Wix.com inklusive Support und eingeschränkter SEO über eine eigene Infrastruktur anbietet. Die Einrichtung und Konfiguration erfolgt ausschließlich online über den Browser - eine lokale Installation ist weder erforderlich noch möglich. Für das Erstellen einer Webseite benötigen Nutzer keine technischen Kenntnisse oder Zusatzprogramme und müssen sich nicht um Details wie Webspace, Server oder deren Preise kümmern, sondern können sich vollständig auf Hauptaufgaben wie Inhalte und SEO konzentrieren.

Benutzerfreundlichkeit im Fokus

Einer der Gründe für den Erfolg von WordPress ist mit Sicherheit seine übersichtliche und komfortable Oberfläche. Sie macht selbst komplexe Aufgaben wie Rechteverteilung, Integration von SEO oder Erweiterung und Konfiguration von Plugins und Apps verständlich. Über lange Zeit galt das CMS als Vorbild für benutzerfreundliches Design & Handling für unterschiedliche Zwecke vom Blog bis zum Online Shop. Dass es allerdings noch einfacher geht, beweist Wix im Test.

Wix verwendet ein Drag'n Drop System - Nutzer können Elemente an ihre gewünschte Stelle ziehen, ihnen Eigenschaften zuordnen und über Menüs Verbindungen schaffen. Auf diese Weise entfallen alle Eingaben wie Position oder Größe von Elementen und die Bearbeitung von Quellcode. Probleme durch eine falsche Berechnung werden vermieden - die zeitaufwendige Suche nach Lösungen erübrigt sich und es bleibt mehr Zeit für die Arbeit an SEO, Blog oder Online Shop. Treten doch einmal Schwierigkeiten auf, steht ein professioneller Support ohne Mehrkosten zur Verfügung.

Flexibilität bei Erweiterungen und Designs

Das Schlüsselwort für eine attraktive, branchentypische oder thematische Darstellung lautet Templates - Vorlagen für Designvorlagen für spezielle Kundengruppen oder Zwecke. Bei dem Wix Test existierten von diesen mehr als 600 verschiedene Beispiele, aus denen ein Nutzer wählen kann. Kategorien wie Blog oder Online Shop sind in themen- beziehungsweise branchentypische Rubriken unterteilt. Einzelne Templates können auf Mausklick betrachtet und ausprobiert werden.

WordPress installiert Templates über ein internes System für Plugins und Apps, das als freie Schnittstelle für Entwickler zur Verfügung steht. Dadurch können Programmierer Erweiterungen schreiben und innerhalb wie außerhalb des offiziellen Marktplatzes veröffentlichen. Dieser Ansatz erhöht die Flexibilität und die Auswahl der Apps, führt aber zu Inkompatibilitäten zwischen unterschiedlichen Plugins oder bei einem Update von WordPress. Anpassungen, Updates und Support liegen ausschließlich in der Verantwortung der Entwickler. Der Nutzer muss selbst beachten, dass keine Komplikationen durch verschiedene Erweiterungen und Programmversionen entstehen.

Im Unterschied dazu stehen bei Wix Templates und Plugins etwa für die SEO in einem zentralen Online Shop als Quelle für zertifizierte Erweiterungen zur Verfügung. Externe Entwickler bieten ihre Produkte wie Apps für Smartphones auf einer überwachten Plattform an. Sie werden von Wix einem Test unterzogen, um Fehlerfreiheit zu gewährleisten. Dieses System gewährleistet eine hohe Sicherheit, Zuverlässigkeit und Kompatibilität mit der aktuellen Version.

Direkte und indirekte Kosten

Als Software unterliegt WordPress der GNU General Public License (GPLv2) und der Download für eigene Installationen ist gratis. Sein Chefentwickler bietet zudem in seinem Unternehmen Automattic betriebsbereite Installationen an, die Kunden kostenlos oder als Abonnements in speziellen Paketen wie Blog, Online Shop oder Unternehmensseite buchen können. Wix verwendet ein ähnliches Bezahlsystem, die Webseiten entstehen allerdings in dem firmeneigenen, geschlossenen Baukasten. Eine lokale Installation etwa als Testumgebung für einen Online Shop ist deshalb nicht möglich.

Beide Anbieter starten ihre Preise bei werbebasierten Gratisversionen und verlangen für kleine Pakete weniger als fünf Euro im Monat. Sie bieten außerdem spezielle, teurere Pakete für kommerzielle Zwecke wie einen Online Shop an. Diese schließen Zusatzleistungen wie beispielsweise Werkzeuge für die SEO bei WordPress oder schnelleren Support bei Wix ein. Unabhängig von diesen primären Kosten verursachen kommerzielle Projekte weitere Ausgaben, die in der Regel deutlich höher liegen - beispielsweise für das Marketing, für die Durchführung einer kontinuierlichen SEO oder für einzigartige Inhalte.

WordPress vs. Wix im Duell- Der Sieger

Wie schon bei unserem Test Wix vs. Jimdo profiliert sich keines der beiden Systeme als eindeutiger Sieger. Die Preise eines betreuten Hosting unterscheiden sich für kleine und mittelständige Unternehmen oder einen Online Shop kaum, ein privater Blog ist werbefinanziert und gratis. Bestimmte Vorteile wie die höhere Flexibilität oder SEO Werkzeuge von WordPress gleicht Wix durch eine übersichtliche, komfortable Konfiguration und einen umfassenden Support aus.

 

Foto: pixelcreatures | pixabay.com