Revolution im Bereich der Top Level Domains

"Die heutige Entscheidung wird ein neues Zeitalter des Internets in Gang bringen".

Mit diesen Worten kommentierte der ICANN-Vorsitzende Peter Dengate Thrush die entscheidende Sitzung, bei der am 20. Juni 2011 nach sechsjähriger Verhandlungszeit die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers eine deutliche Zäsur im Bereich der Bereich der Top Level Domains ankündigte.

Während bisher überwiegend Länderkennungen wie zum Beispiel .de oder .us sowie allgemeine Endungen wie etwa .com oder .net das Internet dominierten, soll ab 2013 quasi jedes Wort als Domainendung zur Verfügung stehen. Voraussetzung hierfür ist allerdings eine erfolgreiche Bewerbung, die vor allem für Privatleute und Kleinunternehmen keine kleine Hürde darstellt.


Antragsteller müssen tief in die Tasche greifen

Besonders der hohe Preis, der sich auf 185 000 Dollar beläuft und damit Preise für gewöhnliche Domainendungen wie .de häufig übersteigt, dürfte für viele potenzielle Antragsteller ein Wermutstropfen darstellen, da diese bei einer Ablehnung auf ihren Kosten sitzen bleiben.
Die scheinbar außergewöhnlich hohe Summe basiert vor allem auf der Tatsache, dass sich die ICANN gegen übermäßig viele Bewerbungen absichern möchte, da allein die intensive Bearbeitung von geschätzten 300-1000 Bewerbungen im Zeitraum zwischen Januar und April 2012 viel Zeit und Geld beanspruchen wird.


Chancen versus Gefahren für Großunternehmen

Vor allem große Firmen erhoffen sich von der Einführung generischer Top Level Domains (gTLDs) Umsatzsteigerungen, da diese es den Unternehmen ermöglichen, Produkte und Dienstleistungen einfacher und zielgerichteter an den Kunden zu bringen.
Des Weiteren lassen sich branchenspezifische Angebote lokal organisieren, was Kunden eine bessere Übersicht über bestehende Angebote ermöglicht. So hat zum Beispiel die dotversicherung GmbH beschlossen, die Domainendung .versicherung zu beantragen, was es Versicherungsunternehmen im deutschsprachigen Raum erlaubt, ihre Angebote in übersichtlicher Weise zusammenzutragen.

Dennoch werden sich Großkonzerne durch die Einführung neuer gTLDs auch neuen Herausforderungen zu stellen haben. Bereits jetzt ist beispielsweise der Schutz des Markennamens eine große Herausforderung und obwohl die ICANN in der Anmeldephase an ein umfassendes Regelwerk zur Annahme von Bewerbungen gebunden ist, bleibt die Erfolgsaussicht dieser Bemühungen bei so vielen Bewerbungen fragwürdig.


Googles Rolle im Umgang mit gTDLs bleibt zunächst im Dunkeln

Auf einem völlig anderen Blatt steht geschrieben, welche Position Google bezüglich der neuen Domainendungen einnehmen wird. Bisher hat sich das Unternehmen zu diesem Thema noch nicht geäußert.
Es stellt sich allerdings die Frage, ob die gTDLs im Vergleich zu den bereits etablierten Domainendungen benachteiligt werden oder bei lokalen Suchen eventuell einen Vorteil erhalten.


Ungewisse Zukunft für gTDLs

Inwieweit sich die neuen Domainendungen tatsächlich gegenüber den bereits etablierten durchsetzen können, ist fragwürdig. Insbesondere der hohe Preis dürfte für viele Unternehmen ein Grund zum Zögern sein.
Letzten Endes wird wohl nur die Zeit zeigen, ob die neuen gTDLs Akzeptanz auf dem Markt und schließlich auch beim Kunden finden. Doch selbst wenn dies der Fall sein sollte, dürften die herkömmlichen Domainendungen kaum von heute auf morgen verdrängt werden, so dass auch weiterhin Länderkennungen und allgemeine Endungen gang und gäbe sein werden.

Weiter führende Quellen:
www.focus.de/digital/digital-news/internet-domains-bald-kommen-neue-domainendungen-wie-apple-oder-ipad_aid_638504.html
www.heise.de/newsticker/meldung/Neue-Regeln-fuer-Domain-Bewerber-1019493.html
http://blog.dodisco.de/neue-domainendungen-wie-berlin-und-bayern-schon-Ende-2012-verfuegbar/
www.v-aktuell.de/newsletter/newsletter_11_07/meldung_3.html

 

Tags: Neue TLD, Neue Domainnamen, Neue Domainendungen

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