Barrierefreies Webdesign - mit eingeschränkter Sehkraft im Web surfen

Autor:   |  01.02.2016


Auf den ersten Blick erscheint es wenig aussichtsreich, Menschen mit erheblicher Beeinträchtigung oder vollständigem Verlust der Sehfähigkeit den selbständigen Zugang zu einem Medium zu verschaffen, das hauptsächlich visuelle Informationen transportiert. Ein großer Teil der in Webseiten enthaltenen Informationen ist allerdings textbasiert und bei anderen Inhalten bietet das Web seit jeher die Möglichkeit, Zusatzinformationen in Textform unterzubringen, die alternativ zum primären Inhalt ausgegeben werden können. Diese Eigenschaften des World-Wide-Web bilden die Grundlage für Software-Lösungen, die selbst vollständig blinden Personen einen barrierefreien Zugang ermöglichen. Voraussetzung dafür ist aber, dass die entsprechenden Einrichtungen auch beim Webdesign genutzt werden.

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Was heißt "barrierefrei"?

Barrierefreiheit bedeutet, Gegenstände und Benutzerschnittstellen so zu gestalten, dass sie einem Anwender keine unnötigen Hürden in den Weg stellen. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf den unterschiedlichen Fähigkeiten und Anforderungen, die sich aus dem Alter, gesundheitlichen Einschränkungen, aber auch aus den technischen Mitteln ergeben, die dem Nutzer zur Verfügung stehen. Nicht immer, aber in vielen Fällen bewirkt der Abbau von Hindernissen für bestimmte Personengruppen auch eine allgemeine Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit. Das ist gerade beim Webdesign ein wichtiger Faktor. Eine barrierefreie Webseite ist nicht weniger attraktiv, sondern kann, im Gegenteil, sogar ansprechender sein. Was kennzeichnet eine barrierefreie Webseitengestaltung?

Tipp: Homepage-Baukasten.de hat seinen Baukasten auf Barrierefreiheit optimiert. Den Baukasten finden sie hier: http://www.homepage-baukasten.de/

Was bedeutet "barrierefrei" in Bezug auf das Webdesign?

Die Barrierefreiheit bezieht sich beim Webdesign vor allem auf Maßnahmen, die eine Nutzung der Webseiten bei visuellen Einschränkungen ermöglichen oder verbessern. Andere Hindernisse bei der Web-Nutzung sind entweder nicht vom Webdesign abhängig oder mit denselben Mitteln zu beseitigen. Steht einem Nutzer beispielsweise nur ein Browser zur Verfügung, der keine Bilder anzeigen kann, dann ist er in einer ähnlichen Lage wie jemand, der die Bilder aufgrund einer Sehbehinderung nicht erkennen kann. In beiden Fällen helfen die Alt-Tags, in denen der Webdesigner den Bildinhalt mit Worten beschreiben kann. Sie werden vom Browser normalerweise ignoriert und nur dann ausgewertet, wenn das Ausgabegerät das zugehörige Bild nicht anzeigen kann. Das ist zum Beispiel auch der Fall, wenn der Browser aufgrund eines Netzwerkproblems ein Bild vorübergehend nicht laden kann. Das Feature kommt aber besonders dann zum Tragen, wenn die Ausgabe über einen sogenannten Screenreader erfolgt. Das ist eine Software, die den am Bildschirm angezeigten Inhalt vorliest.

Welche Screenreader Eigenschaften sind für Webdesigner wichtig?

Abgesehen davon, dass ein Screenreader keine Bilder vorlesen kann, sondern nur die zugehörigen, in Textform gehaltenen Alt-Tags, gibt es noch einen weiteren bedeutenden Unterschied zur normalen Ausgabe einer Webseite im Browser. Der Screenreader kann die Textstruktur nur anhand der HTML-Elemente erkennen, die den Inhalt strukturieren, und nicht an rein dekorativen Elementen, wie etwa den Textauszeichnungen fett oder kursiv. Wenn Sie zum Beispiel einen Text im Fettdruck und einer größeren Schriftart darstellen, dann ist er für das Auge nicht von einer mit h1- oder h2-Tag definierten Überschrift zu unterscheiden. Für den Screenreader ist es genau umgekehrt. Er erkennt die Überschrift am h-Tag auch dann, wenn sie durch entsprechende Stilvorgaben wie ein normaler Text formatiert ist. Dagegen kann er bei einem Text, der nur fett und in erhöhter Schriftgröße dargestellt wird, nicht erkennen, dass hier ein neuer Absatz beginnen soll. Das ist wichtig, da ein Screenreader jeweils den Textbereich vorliest, der sich unter dem Mauscursor befindet. Er muss daher erkennen können, wo dieser Bereich anfängt und aufhört. Auch für ein barrierefreie Webdesign ist es daher vorteilhaft, wenn Sie sich an die in den HTML-Standards vorgesehene Trennung zwischen Inhalt und Form halten. Das heißt, alle strukturellen und inhaltlichen Vorgaben in einer HTML-Datei notieren und die Textformatierung mit CSS vornehmen.

Welche Screenreader gibt es?

Aktuelle Betriebssystemen haben Screenreader bereits integriert. Bei Mac OS X wird er über den Eintrag VoiceOver in den Systemeinstellungen aktiviert. Windows bringt ab Version 8 ebenfalls einen Screenreader mit. Für ältere Versionen ist NVDA die verbreitetste Screenreader-Software. Auch die gängigen Smartphone- und Tablet-Betriebssysteme iOS und Android verfügen über integrierte Screenreader, die über die Systemeinstellungen zugänglich sind.


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