Das Hostingjahr 2013 - Ein AusblickDas Jahr 2012 neigt sich dem Ende. Was waren die wichtigsten Themen 2012 und was werden die zukünftigen Hypes des Jahres 2013. Wir wagen einen Blick in die Glaskugel. Hilfe erhielten wir dieses Jahr von Herrn Marcus Schäfer, Geschäftsführer der Hostserver GmbH.
Wir bieten unsere Leistungen auf Basis von dedizierten Servern und Public bzw. Private Cluster-Cloud Lösungen an. Ein hochverfügbarer Nameservice u.a. auf Basis von Anycast und weltweite Domainregistrierung runden unser Angebot ab. Wir arbeiten bewusst nicht mit Freelancern, sondern legen Wert darauf, alle Leistungen und Services, mit Ausnahme des Rechenzentrums, mit eigenem Personal bereit stellen zu können. So können wir hohe Qualität und die individuelle Betreuung für unsere Kunden sicherstellen. ht: Was waren Ihrer Meinung nach die wichtigsten Veränderungen im Jahr 2012? ht: 2013 wird bald beginnen- welche Innovationen sehen Sie auf die Branche zukommen? ms: Ende 2013 sollten die ersten lang erwarteten neuen Domainendungen (wie .berlin oder .hotel) auf den Markt kommen und das Angebot an verfügbaren Domains vervielfachen. Ein aus unserer Sicht spannendes Thema. 2013 wird eine neue Servertechnologie mit ARM-Prozessoren einsetzbar sein. ARM-Prozessoren nutzt man bisher für moderne Smartphones. Diese Prozessoren sind wesentlich kleiner, haben einen deutlich geringeren Stromverbrauch und könnten Prognosen zufolge bald bis zu 15% des Gesamtmarktes ausmachen. Wir rechnen damit, dass IPV6 im Laufe des Jahres 2013 von allen Hosting-Providern umgesetzt werden muss, weil keine neuen IPV4 IP-Adressen mehr vergeben werden. RIPE, die Vergabestelle für IP-Adressen in Europa, hat in diesem Jahr mit der Verteilung des letzten Blockes IPV4 Adressen begonnen. ht: Ihr Unternehmen richtet sich vor allem auf den Bereich Unternehmenskunden – sehen Sie dort in den letzten Jahren ein Wachstum das durch immer mehr Cloud-Anwendungen bedingt ist oder hat das Wachstum andere Ursachen? ms: Wir sehen, dass das Wachstum weniger mit dem Thema Cloud zu tun hat, sondern vielmehr mit einem gestiegenen Bedarf an 24/7 verfügbaren IT-Lösungen. Unternehmen sind zunehmend international aufgestellt, mit Mitarbeitern oder Partnern in den USA, Europa und Asien. Die intern genutzten Softwarelösungen werden immer anspruchsvoller und können von der firmeneigenen IT oft nicht weltweit und rund um die Uhr bereit gestellt werden. An dieser Stelle greifen Unternehmen auf Spezialanbieter wie uns zurück, die auf die Bereitstellung von komplexen IT-Lösungen spezialisiert sind. Trotzdem gewinnt das Thema Cloud an Relevanz. Die Cloud steht zum einen für dynamische IT-Infrastruktur. Der Betreiber eines Onlineshops z.B. kann die Leistungen seines Servers seinem Bedarf anpassen, also pünktlich zum Weihnachtsgeschäft erweitern. So bezahlt er nur das, was er wirklich benötigt. Auf der anderen Seite werden durch die Cloud vormals interne Services, wie Mailbox oder Dokumentenablage, jetzt 24/7 im Netz bereit gestellt, so dass alle Mitarbeiter jederzeit darauf zugreifen können. Auch dies ist ein Service, der von der internen IT eines Unternehmens nicht immer geleistet werden kann.
ht: Sie verfügen ebenfalls über internationale Kunden. Wie gut sind deutsche Hosting-Firmen aus Ihrer Sicht im Vergleich zu ihren Konkurrenten weltweit aufgestellt? ms: Der deutsche Webhosting-Markt ist ziemlich gut entwickelt und volumenstark. Durch den hohen Konkurrenzdruck müssen deutsche Unternehmen technisch besonders hochwertige Produkte präsentieren um sich durchzusetzen. Die hohe Akzeptanz von Open Source Technologien und das „German Engineering“ führen zu innovativen Lösungen, die auch im Ausland sehr geschätzt werden. ht: Was sind Ihrer Meinung nach Produkte die in den kommenden Jahren besonders gefragt sind? ms: Für Unternehmenskunden wird das Hosting mit individuellen Service-Level-Agreements (SLA) und die Übernahme der kompletten Betriebsverantwortung durch den Hosting-Provider immer wichtiger. Ein SLA legt individuell das Maß der Verfügbarkeit, Reaktionszeit und „Time to Repair“ fest, das ein Hosting-Provider erfüllen muss. Die nachgefragten Lösungen sind oft komplex und sollten ITIL-konform und gemäß deutschem und europäischem Datenschutz umgesetzt werden. Auch für sinnvolle Komplettangebote für kleinere Gewerbetreibende, die E-Mail, Kalender, Office Paket etc. zusammen mit hohem Datenschutzstandard und guter Betreuung anbieten, sehen wir einen wachsenden Bedarf. Der Trend geht aus unserer Sicht insgesamt zu Produkten, die den Kunden Arbeit abnehmen und einfach in der Handhabung sind. Der Kunde möchte nicht viel Zeit mit der Einarbeitung in komplizierte Programme verbringen und keine eigene Software installieren bzw. updaten müssen. ht: Vielen Dank für das ausführliche Interview und weiterhin viel Erfolg! ms: Vielen Dank!
|













