Interview mit
Jerome
Eichler, Geschäftsführer der Star-Hosting e.K.
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Informationen: Das Interview wurde am
12.10.06 geführt und befasst sich
mit den Zukunftsaussichten des Webhostingmarkts.
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ht: Bitte beschreiben Sie kurz Ihre Firma für die
Leser.
sh: Star-Hosting wurde im Juli 2001 gegründet. Tätig
waren wir damals im Bereich Web-Hosting (als Reseller) und haben
uns stetig einen guten Kundenstamm aufgebaut. Ebenso stellten
wir Telekommunikationsdienstleistungen zur Verfügung (Einbau und
Vertrieb von TK-Anlagen).
2003 begannen wir mit der Umstrukturierung und Erweiterung der
Produktpalette (root-Server). Ein wachsender Kundenstamm was zu
verzeichnen
Im 1. Quartal 2004 haben wir als zusätzlichen Geschäftszweig
vServer und Server-Housing mit aufgenommen. Zeitgleich erfolgte
die Anmeldung im Handelsregister. Zum jetzigen Zeitpunkt gab es
bereits 3 Mitarbeiter, die den stetig weiter wachsenden
Kunden-Stamm 24 Stunden am Tag betreuen.
Ende März 2005 erfolgte Teil II der Umstrukturierungsmaßnahmen
und der Einzug in unser neues Rechenzentrum (tenovis Databurg,
Frankfurt a. M.) und 2 zusätzliche Mitarbeiter wurden
eingestellt. Wir betreuen mittlerweile weit über 5.000 Kunden in
allen Bereichen, vom kleinen Webspace-Paket bis zum vServer,
root-Server- und Housing-Kunden bis hin zu großen Unternehmen,
die Ihre gesamte Serverfarm zu uns ausgelagert haben.
ht: Sie sind seit über 5 Jahren im Bereich Webhosting
tätig. Welche Veränderungen haben Sie in dieser Zeit
festgestellt?
sh: Immer weiter wachsende Ansprüche der Kunden aber auch
der technische Fortschritt. Das, was vor drei Jahren noch der
„Mercedes unter den Servern“ war, ist heute bestenfalls noch der
„Trabi“ (um es bildlich auszudrücken). Gerade in der heutigen
Zeit muss man in jeder Hinsicht am Ball bleiben – sonst ist der
Zug irgendwann abgefahren. Ein Wiedereinstieg ist dann nur noch
sehr schwer möglich.
ht: Was macht Sie stark im Vergleich zur Konkurrenz?
sh: Wir können ganz anders reagieren als Massenhoster.
Dort wird meist auf kundenspezifische Wünsche/Anforderungen
nicht oder nur sehr bedingt eingegangen. Wir hingegen können dem
Kunden auch Angebote und Dienstleistungen anbieten, die vom
Standard abweichen (z.B. individuell konfigurierbare root-Server,
frei gestaltbare Colocations usw.). Darauf legen viele Kunden
mittlerweile wert, einen flexiblen Anbieter zu finden, der nicht
strikt nach Plan vorgeht sondern auch maßgeschneiderte Lösungen
anbieten kann.
ht: Welche Innovationen sehen Sie in den kommenden
Jahren kommen? Oder wird alles beim Alten bleiben?
sh: Beim Alten bleiben wird nie etwas und macht den Markt
sicherlich mit der Zeit auch uninteressant – sowohl für Anbieter
als auch für Kunden. Vor drei Jahren etwa kamen nach und nach
die ersten vServer-Angebote heraus, der Run auf selbige war
entsprechend hoch. Mal sehen, was uns die klugen Köpfe als
nächstes bieten. J
ht: Wie reagieren Sie auf den wachsenden Preisdruck?
sh: Nun, sicherlich muss man den Markt und die Konkurrenz
beobachten. Aber bei dem heutzutage vorherrschenden Preisdumping
können und wollen wir nicht mitziehen. Ein Kunde, der es
möglichst billig haben möchte, ist bei einem Dumping-Anbieter
sicherlich gut aufgehoben, wenn ihm der Support mehr oder
weniger egal ist oder nicht benötigt wird. Ein Kunde, der neben
der Leistung aber auch Wert auf Qualität und qualifizierten
Support legt, ist sicher auch bereit, dafür etwas mehr zu
bezahlen, wenn das „Rundherum“ stimmt. Die billigsten Angebote
bringen nichts, wenn man schlussendlich mehr Aufwand (und damit
Kosten) hat, einen Kunden intensiv zu supporten.
ht: Worauf legen Ihre Kunden am meisten Wert?
sh: Das kommt auf den Einzelnen an. Gerade
Business-Kunden, die ihre komplette Serverfarm bei uns
eingestellt haben (Blade-Center, ganze Rack-Reihen) erwarten
24stündigen Support am Tag mit einer Reaktionszeit von unter 15
Minuten – und das freundlich und kompetent. Aber auch ein
„kleiner“ Kunde, der „nur“ 3 Euro im Monat für seinen virtuellen
Server oder seine Visitenkarte im Netz bezahlt, erwartet
schnelle Reaktionszeiten auf seine Anfragen und eine schnelle
Problembehebung.
Weiterhin erwarten die Kunden eine stabile
Preispolitik sowie dauerhafte Erbringung der vertraglich
festgelegten Leistungen – Preiserhöhungen wegen Unrentabilität
oder gar Kündigungen aus selbigem Grund sind uns fremd.
ht: Was sind Ihre Zukunftspläne?
sh: Pläne hat man viel – was sich davon letztendlich aber
auch in die Tat umsetzen lässt, steht auf einem anderen Blatt.
Wir setzen viel Zeit in die Automatisierung von bestimmten
Abläufen, um es dem Kunden so einfach und bequem wie möglich zu
machen. Egal, ob an unserem Domain-Robot oder WebSMS System
programmiert wird oder einfach nur zusätzliche Funktionen
geschaffen werden oder wir, wie schon dreimal dieses Jahr,
unsere Außenanbindung aufstocken, um einen optimalen Mix für
hochperformte Anbindung unseres Rechenzentrums zu schaffen..
Ein wichtiges Ziel haben wir jedoch: Die
Erhaltung der Kundenzufriedenheit und des qualitativen Supports.
ht:
Ich bedanke mich ganz herzlich für Ihre Zeit und
wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg.
sh:
Ich danke ebenfalls für das Interview.
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