Wie baue ich mein eigenes Internetprojekt
richtig auf? - Interview mit Tobias Kölligan von
webmaster-eye.de
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Informationen: Das Interview wurde am
22.03.08 geführt und soll dem Einsteiger erklären wie man effektiv ein
Internetprojekt aufbauen kann. |
Man sieht immer häufiger sehr interessante Webseiten, wo viel
Energie und Schweiß drin steckt, die jedoch nicht besucht
werden. Dieses Interview soll Aufschluss geben, wie man ein
Internetprojekt aufbauen soll.
1. Wie beginne ich ein Onlineportal
Das ist eine gute Frage. Zunächst einmal sollte man sich über
den Sinn im Klaren sein, also eine Antwort auf die Frage „Was
will ich den User bieten?“ finden. Das scheint auf den ersten
Blick relativ einfach, jedoch denkt man meistens an zuviel
gleichzeitig und verliert schnell den Überblick. Hier hilft es
sich mit mehreren zusammenzusetzen und das sog. Brainstorming zu
betreiben, also alles was einem einfällt schriftlich
festzuhalten. Danach sollte man alles etwas ordnen und eine
Struktur erstellen. Hierfür gibt es kein Patentrezept, das
geschieht intuitiv und je nach Projekt anders. Achten sollte man
vor allem jedoch auf eine gute Gliederungsübersicht. Und immer
den Gedanken im Blick, dass der User nicht immer so denkt wie
der Webmaster bzw. Programmierer.
2. Wie hoch muss mein Budget sein
Das hängt vom Projekt ab, man kann alles alleine machen und mit
nahezu 0 Euro starten. Muss dann natürlich viel mehr Zeit
investieren und später dann im Betrieb natürlich auch alles
selber managen und bezahlen (Server etc.). Ich denke es ist am
sinnvollsten wenn man sich eine Priorität überlegt, also zum
Beispiel „Das Projekt soll möglichst schnell stehen!“ oder „Ich
möchte viel selber erledigen und sparen!“. Wenn man das Ganze
mit Freunden und Bekannten erstellt lässt sich sicher
kostengünstiger arbeiten als mit angestellten Programmierern. Im
Endeffekt kann man diese Frage kaum beantworten, ich würde sagen
von 0 Euro bis über 1.000.000 Euro ist alles drin ;).
3. Was muss ich Rechtliches beachten (z.B. Markenschutz,
Impressum)
Der rechtliche Aspekt wird immer wichtiger, vor allem in Zeiten
schneller Abmahnungen und Gesetzesänderungen. Ein Impressum
gehört meiner Meinung nach heute zum Muss einer guten Webseite,
egal ob privat oder kommerziell. Das ist zwar nicht genauso im
Gesetz geregelt, jedoch denke ich kann man mit einem Impressum
nichts verkehrt machen. Das Argument des Datenschutzes ist
natürlich gerechtfertigt, nicht jeder möchte seine Adresse im
Internet veröffentlichen, jedoch sollte man sich dessen einfach
vorher bewusst werden. Um Spambots etc. zu entgehen kann man das
Impressum (Name und volle Anschrift + E-Mail und evtl. Telefon)
auch als Bild hinterlegen. Ich persönlich finde Seiten ohne
Impressum oder gar ohne jegliche Kontaktmöglichkeit als nicht
mehr angebracht, solche Seiten werden zum Beispiel auch von der
Awardverleihung ausgeschlossen. Bei größeren Projekten sollte
man sich vorher auf jeden Fall über eventuelle Markennamen
informieren. Hier kann ein Verstoß schnell teuer werden, und
diese Kosten sind leicht vermeidbar. Außerdem sollte jedem klar
sein, dass er Probleme bekommen könnte wenn er seine Domain
koka-kola.de nennt, hier besteht schon einige
Verwechslungsgefahr zu einer bekannten Getränkemarke...
4. Online und nu? Wie gestalte ich effektive Werbung für mein
Internetprojekt?
Die beste Werbung ist und bleibt Mundpropaganda, also die
Weitergabe der URL durch Personen an andere Personen. Da es sich
hierbei meist um Freunde oder vertrauenserweckende Personen
handelt ist die endgültige Besucherrate sicher wesentlich höher
als sonst. Erreichen kann man dies eigentlich nur durch sehr
guten Inhalt und vernünftige Seitenstrukturen. Soll heißen, dass
ein Thema zwar sehr interessant sein kann, es jedoch an
Attraktivität verliert wenn man vorher drei Plugins dafür
installieren muss und dann schwarzen Text auf einem dunklen Lila
lesen soll. Das Design und die Usability spielen hier also eine
ebenso wichtige Rolle. Ansonsten lohnt es sich immer die
Suchmaschinen auf seine Seite zu locken. Dies erreicht man
ebenfalls durch klare Strukturen und einen sauberen, validen
Quellcode. Dies macht im Prinzip schon 80% einer guten Seite
aus. Trotzdem sollte man sein Projekt nicht verstecken, das
heißt man kann einige Banner auf themenrelevanten Seiten
schalten, seine Seite in Social-Bookmarking-Dienste eintragen
und in Foren oder Blogs dezent auf das eigene Projekt hinweisen.
Um die Bekanntheit zu steigern kann sicher auch zu altbekannten
Mitteln die PopUp Werbung oder Layereinblendungen
zurückgegriffen werden. Hierbei ist jedoch die starke Abneigung
der User mit zu berücksichtigen.
5. Einnahmen erzielen- Welche Formen der Einnahmen im Internet
gibt es?
Mittlerweile gibt es zahlreiche Formen der Internetwerbung, sei
es der altbekannte Banner, ein PopUp oder das sogenannte
PagePeel (zu deutsch: Eselsohr). Neu hingegen sind zum Beispiel
Werbeeinblendungen in Videos, Podcasts. Man muss heutzutage sehr
auf seine User achten und sehen welche Werbeform wie akzeptiert
wird. Wichtig ist es jedenfalls die User nicht durch 2 PopUps
und 3 Layer so zu zumüllen dass sie nie wiederkommen. Man muss
sich also im Rahmen bewegen, dieser ist jedoch je nach Portal
ganz anders. Fachseiten sollten sicher mit weniger oder
indirekter Werbung auskommen, wohingegen Filesharingseiten
sicher mit mehr Werbung akzeptiert werden ;).
Es werden zurzeit immer wieder neue Werbeformen entwickelt, man
muss sich also immer wieder umschauen und Neues ausprobieren.
Grundlegend kann man mit Google AdSense oder eBay Relevance Ads
nicht sehr viel verkehrt machen.
6. Nutzer binden, wie schaffe ich es das Nutzer meinen Dienst
dauerhaft nutzen?
Wie schon zuvor erwähnt spielt hier der Content, also Inhalt der
Seite, eine wichtige Rolle. Dieser muss stets aktuell gehalten
werden und auf die Zielgruppe zugeschnitten werden. Dazu bieten
Tools oder kleine Gadgets sicher den größten Bindungsfaktor.
Praktische Tools oder Helferlein werden immer gern in den
Favoriten abgelegt und öfters aufgerufen. Man muss immer
versuchen den User bei der Stange zu halten und ihn mit guten,
praktischen Features überraschen, dann bleibt er auch sicher
gern mal länger. Jeder kann hierbei von sich selber ausgehen,
eine Seite ohne Mehrwert oder nützliche Tools gerät schnell in
Vergessenheit.
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